E-Busse in Metropolen: „Brauchen so viel Energie wie eine kleine Stadt“ – Experte

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21-11-19 06:12:00,

E-Busse erobern langsam aber sicher den öffentlichen Nahverkehr. Ihr Vorteil: keine schädlichen Abgase. Ihr Nachteil: der schwere Akku und die nötige Energieversorgung. Lohnt sich der Umstieg überhaupt? Sputnik hat mit einem Experten auf diesem Feld gesprochen.

Die Meldungen von E-Bussen in deutschen Städten überschlagen sich. Der Markt ist heiß umkämpft und alle mischen mit, ob chinesische, polnische oder deutsche Hersteller, die gern ihre Technologie für einen saubereren öffentlichen Nahverkehr beisteuern. Die Kehrseite von der feinstaub- und CO2-ärmeren Luft sind allerdings Kosten, die in die Höhe schießen. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die Busse nicht den ganzen Tag mit einem Tank durchfahren können, sondern immer wieder mal ausscheren müssen ans Stromnetz. Es wird also mehr Fahrerpersonal benötigt.

Aber bevor das Schicksal von Nahverkehrsunternehmen beweint wird, lohnt sich eine grundsätzlichere Frage: Ist der Umstieg sinnvoll, der derzeit überall angestoßen wird? Sind die Busse wirklich effizienter, lohnt sich die Umstellung auf Dauer? Oder sind das Stahlkolosse für die Mülldeponien von Morgen, die wesentlich bessere Wege gefunden haben werden, die Luft rein zu halten?

E-Busse sind effizienter und leben länger

„Die Tendenz des Umstiegs auf E-Busse ist gerechtfertigt, vor allem in Europa und bei uns in Deutschland. Leider ist bisher zu wenig passiert“, findet Manfred Hübner im Sputnik-Interview. Hübner ist Ingenieur am Zentrum für angewandte Forschung und Technologie (ZALF) Dresden und führt Vergleiche verschiedener Fahrzeuge durch. Auch über die Tests aus den Kollegenkreisen ist er bestens informiert.

„Am energieeffizientesten ist es auch jeden Fall, elektrisch zu fahren, denn der Elektroantrieb braucht nur einen Teil von der gleichen Energie, die ein Dieselbus umsetzt“, betont der Ingenieur. Zudem gelte, dass der Dieselmotor an seinem Limit angekommen sei und sich nicht weiter technisch steigern ließe. Der Elektromotor dagegen liege „liegt mindestens um den Faktor zwei besser, mit Antrieb Faktor zweieinhalb“.

Auch was die Lebenszeit betrifft, dürfte aus Sicht des Experten der E-Bus sich besser halten: „Da ist ja kein Ölverbrauch wie beim Verbrennungsmotor oder Schaltgetriebe. Und die Bremsabnutzung ist deutlich geringer, weil regenerativ gebremst wird“, so Hübner. Beim Prinzip der Rekuperation werden die Bremsscheiben nicht so stark abgenutzt, da durch elektrische Systeme Energie aus dem Bremsvorgang zurückgewonnen wird, immerhin „ein paar Prozent“. Deswegen ist sich der Experte sicher: In ein-zwei Jahren wird die Umstellung auf Elektrobusse in großem Stil stattfinden.

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