Nach „abverlangter“ Abfuhr gegenüber Putin: Französischer Geopolitik-Experte rechnet mit Macron ab

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29-11-19 10:36:00,

Politik

10:02 29.11.2019(aktualisiert 11:07 29.11.2019)

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Nicht nur die Nato, sondern auch die EU ist laut dem Politologen Dr. Pierre-Emmanuel Thomann „hirntot“, wobei selbst der gefeierte Stratege Emmanuel Macron unter externem Druck nachgibt. Macron lehnte am Donnerstag den Vorschlag Moskaus zum Raketen-Moratorium ab, obwohl er diesen zuvor eher begrüßte. Auch die Bundesregierung meldete eine Absage.

„Sollte die Nato ‚hirntot‘ sein, liegt das daran, dass die meisten Regierungen der europäischen Transatlantiker ebenfalls ‚hirntot‘ sind, aufgrund von Trägheit, Angst vor Verantwortung, Amerikanisierung des Geistes, der alten Vision der Transatlantiker und der aufhaltenden Wirkung des Kalten Krieges, denn reaktionäre transatlantische Netzwerke profitieren wohl auch von den Waffengeschäften“, sagt der Gründer der Brüsseler Denkfabrik Eurocontinent, Dr. Pierre-Emmanuel Thomann, gegenüber Sputnik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (Archivbild)

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Sputnik / Irina Kalaschnikowa

Damit kommentiert er die Absage seines Präsidenten gegenüber dem Vorschlag Wladimir Putins zum Raketen-Moratorium, die Macron in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag erteilte. Noch am Vorabend berichtete die F.A.Z über den Brief Macrons an Putin, in dem der französische Präsident den Vorschlag seines russischen Kollegen vermutlich begrüßte und diesen „eingehend prüfen“ wollte. Ende September war bekannt gegeben worden, dass Wladimir Putin den Nato-Staaten schriftlich einen gegenseitigen Verzicht auf die Stationierung landgestützter atomarer Mittelstreckenraketen in Europa vorgeschlagen hatte, mit Bereitschaft zu „gewissen Verifizierungsmaßnahmen“.

„Den Alleingang wird Macron nicht wagen“

Offensichtlich hätten der Nato-Generalsekretär und die Partner den Alleingang Macrons gebremst und diese Abfuhr abverlangt, kommentiert Dr. Thomann weiter. Macron sei trotz seiner Signale an Russland doch kein Europäer wie de Gaulle, der das atlantische Bündnis zwar bewilligt habe, Frankreich aber aus dem integrierten Nato-Kommando zurückgezogen habe samt mehrmaligen Vetos gegen die Handlungen Großbritanniens innerhalb der damaligen Europäischen Gemeinschaft.

„Macrons Kommentar zum „Hirntod“ der Nato war jedoch eine kalkulierte subversive Botschaft, um zu warnen, dass Frankreich nicht bereit ist, Lastenteilungsthemen zwischen US- und EU-Bürgern zu diskutieren, ohne den Hauptfeind der Verbündeten neu zu definieren“, fährt Thomann fort.

So betonte Macron auf der Pressekonferenz mit Stoltenberg erneut, der Gegner seien nicht Russland und China, sondern der islamische Terrorismus. „Stoltenberg sagte dagegen, dass die Nato die Bedrohung durch Russland und China bewältigen müsse“, verweist Thomann. Die geopolitischen Prioritäten Frankreichs liegen laut dem Experten im südlichen Krisenbogen der Sahelzone mit dem Terrorismus als Gegner,

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