Ukraine-Krise: Was kann man vom Normandie-Treffen in Paris erwarten? | Anti-Spiegel

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02-12-19 12:49:00,

Am 9. Dezember findet nach Jahren der Pause wieder ein Treffen im Normandie-Format statt. Im Vorwege hat der ukrainische Präsident Selensky ein Interview gegeben, das auch im Spiegel erschienen ist und das aus mehreren Gründen sehr bemerkenswert und aussagekräftig ist.

In den westlichen Medien wird regelmäßig sehr unwahr über die Situation des Abkommens von Minsk berichtet, das Russland angeblich umsetzen muss, damit die Sanktionen abgeschafft werden können. Dabei hat Russland das Abkommen weder unterschrieben, noch wird es in dem Abkommen auch nur erwähnt, die Details finden Sie hier.

Dass die deutschen Journalisten es besser wissen, zeigt das Interview mit Selensky, denn dort wurden die richtigen Fragen gestellt und es war ein Reporter des Spiegel dabei. Darum ist das Interview so bemerkenswert, denn erstens zeigt es, dass die deutschen Journalisten ihren Lesern regelmäßig alles verschweigen, was nicht in ihr gewolltes, anti-russisches Narrativ passt und zweitens zeigt es auf, was Selensky bei dem Treffen erreichen will und wo seine tatsächlichen Schwierigkeiten liegen.

Da ich sowohl über diese innenpolitischen Probleme von Selensky, als auch über die russische Position immer wieder ausführlich berichtet habe, lässt das Interview sogar Prognosen über die Verhandlungen am 9. Dezember zu.

In dem Interview, dass Selensky den Zeitungen Spiegel, „TIME“, „Le Monde“ und „Gazeta Wyborcza“ gegeben hat, nennt er seine drei wichtigsten Ziele für die Gespräche mit Putin, Merkel und Macron am 9. Dezember in Paris:

„Das Erste ist ein Gefangenenaustausch, mit absehbaren Fristen. Ich bin sicher, Frankreich und Deutschland sind dafür, und ich sehe vorerst nicht, warum Russland dagegen sein kann. Aber es gibt da sehr heikle Fragen. Die Kämpfer im Donbass bestätigen zum Beispiel eine Liste mit Gefangenen, aber wir haben Angaben über eine ganz andere Zahl. Die zweite Geschichte – und die ist sehr kompliziert – ist die Waffenruhe. Bei allen Minsker Treffen, bei allen Abmachungen und Erklärungen war sie unter den ersten, wichtigsten Punkten. Aber auch wenn das Schießen seltener und die Zahl der Opfer deutlich kleiner geworden ist – aufgehört hat es nicht. Und der dritte Punkt, bevor man zu Wahlen schreitet, ist der vollständige Abzug aller illegalen militärischen Einheiten – egal welcher Art, in welcher Uniform, mit welchen Waffen.“

Man kann Selensky hier kaum widersprechen. Der Gefangenenaustausch ist schon im Februar 2015 im Minsker Abkommen beschlossen worden,

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