Die Antisemitismus-Vorwürfe haben nur ein Ziel: Jeremy Corbyn von der Macht fernzuhalten

03-12-19 08:21:00,

Wer wird am 12. Dezember das Rennen in Großbritannien machen? Boris „get-Brexit-done“ Johnson oder Jeremy Corbyn, der mit einem radikalen Programm gegen die Kahlschlags- und Kriegspolitik der letzten Jahre antritt? Die aktuelle Schmutzkampagne zeigt: Das Establishment will einen Politikwechsel mit Corbyn um jeden Preis verhindern. Mittels fingierten Antisemitismus-Vorwürfen soll er unwählbar gemacht werden. Jonathan Cook rückt die mediale Schieflage gerade und zeigt anhand von Fakten, wie haltlos die Vorwürfe sind und von welchen realen Rassismus-Problemen der Tory-Partei sie ablenken. Übersetzung: Susanne Hofmann.

Die Antisemitismus-Vorwürfe haben nur ein Ziel: Jeremy Corbyn von der Macht fernzuhalten

Die Entfremdung der jüdischen Gemeinde von der Labour-Partei ist seit Jahren im Gange – es sind aber Johnsons Konservative, die sich der Feindseligkeit gegenüber Minderheiten verschrieben haben

Eine angebliche Antisemitismus-Krise in Großbritanniens Labour-Partei, seit Jeremy Corbyn den Parteivorsitz übernommen hat, macht sich wieder in den Schlagzeilen breit.

Diesmal wird kaum mehr der Versuch unternommen zu verbergen, dass die Vorwürfe damit zu tun haben, dass die „Gefahr“ besteht, Corbyn könne bald an die Macht gelangen, jetzt wo Großbritannien auf die Wahlen (…) zusteuert.

Diese Woche erhob auch Großbritanniens Chefrabbiner Ephraim Mirvis seine Stimme, um in der „Times“ zu behaupten, der Oppositionsführer sei „untauglich für ein hohes Amt“. Es ist das erste Mal, dass ein amtierender Chefrabbiner je versucht hat, in eine Wahl einzugreifen. Er nannte Corbyn „verlogen“, warnte, der Wahlausgang würde als Maß für Großbritanniens „moralischen Kompass“ dienen, und drängte die Öffentlichkeit dazu, “mit ihrem Gewissen zu wählen“.

Seine Einmischung folgte auf einen Brief an den Guardian, der von einer Handvoll öffentlicher Personen unterzeichnet war, darunter John Le Carre, Fay Weldon, Simon Callow und Joanna Lumley, in dem sie die Wähler dazu drängten, am 12. Dezember gegen Labour zu stimmen. Sie schreiben:

„Die kommenden Wahlen sind für alle Wähler bedeutsam, doch für die britischen Juden sind sie mit einer besonderen Angst besetzt: die Aussicht auf einen Premierminister, der mit Antisemitismus in Verbindung gebracht wird.“

Sie riefen die Wähler dazu auf, den Bedenken der jüdischen Gemeinschaft Gehör zu schenken und diesen Bedenken Vorrang einzuräumen vor der Wahrscheinlichkeit, dass die Konservativen nach einem Wahlsieg ihre Austeritätspolitik fortsetzen und einen harten Brexit durchziehen würden, und setzten hinzu:

„Welche andere Gruppe in der Gesellschaft hat derartige Bedenken?

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