Amazon Ring – Hunderttausende private Überwachungskameras in den USA

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11-12-19 02:16:00,

Gizmodo hat Daten aus Amazons Heimüberwachungs-App „Neighbors“ ausgewertet und konnte damit die Verbreitung der Überwachungstechnologie Ring in den USA visualisieren. Ring war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil Amazon die Technik aggressiv zusammen mit der Polizei vertreibt und die Technik von Bürgerrechtlern als Einfallstor für Bürgerrechtsverletzungen gesehen wird.

Gizmodo wertete für die Recherche fast 65.800 einzelne Beiträgen aus, die von Nutzer:innen der „Neighbors“-App geteilt wurden. Die Untersuchung der App habe unerwartete Daten hervorgebracht, heißt es bei Gizmodo, darunter seien versteckte geographische Koordinaten gewesen, die mit bis zu sechs Dezimalstellen sehr genau gewesen seien.

Karte von Los Angeles mit Standorten von KamerasRing-Kameras in den neun Quadratmeilen, die Gizmodo in Los Angeles untersuchte.

Mit diesen Daten war Gizmodo in der Lage, die Positionen von zehntausenden Ring-Kameras in 15 Städten der USA zu lokalisieren. Dies sei allerdings nur ein geringer Teil der Kameras und auch nur diejenigen, deren Nutzer:innen die Daten mit der App teilten. In jeder der untersuchten Städte begrenzte Gizmodo die Recherche auf neun Quadratmeilen.

Bürgerrechtler der Electronic Frontier Foundation (EFF) waren erstaunt ob der Dichte und Anzahl der privat aufgestellten Kameras. Matthew Guariglia sagte gegenüber Gizmodo, dass wegen der Allgegenwart der Geräte die Gefahr bestünde, dass Fußgänger registriert würden, die beispielsweise in und aus „sensiblen Gebäuden“ kämen. Das könnten Kliniken, Anwaltskanzleien und ausländische Konsulate sein. Gizmodo konnte solche sensiblen Orte in den erstellten Karten lokalisieren.

Allgegenwart der Überwachung

Die Kameras stehen teilweise so dicht, schreibt Gizmodo, dass Schulkinder in Washington auf dem etwa eine Meile langen Weg von der Schule zum Sportplatz von 13 Ring-Kameras aufgenommen werden. Gleichzeitig fand Gizmodo in diesem Gebiet 36 Beiträge mit Überwachungsaufnahmen, in denen sich Ring-Kunden über das Verhalten der Kinder beschwerten, weil diese zum Beispiel Selfies aufnahmen. Das MIT Media Lab geht davon aus, dass schon mehr als 440.000 Ring-Kameras in den USA im Einsatz sind, verriet Dan Calacci Gizmodo mit Hinweis auf eine noch unveröffentlichte Studie zum Thema „Selbstüberwachung“.

Problematisch ist nicht nur die Verletzung der Privatsphäre der aufgenommenen Personen, sondern auch die Tatsache, dass Ring die Kamerastandorte mit der Polizei schon einmal geteilt hat und über eine Karte der Polizei die Standorte der Kameras preisgab.

Die große Frage ist, wieviel Kontrolle die Kund:innen von Ring über die Überwachungsaufnahmen ihrer Kameras haben und ob es sich nicht letztlich um eine privat vorangetriebene Vollüberwachung handelt,

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