Das Atomgrab der USA bricht auf – Ozean in Gefahr

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12-12-19 01:05:00,

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US Defense Special Weapons Agency

Im fragilen Bunker auf der Runit-Insel befinden sich 85’000 Kubikmeter nuklearen Abfalls.

Tobias Tscherrig / 12. Dez 2019 –

In einem Bunker auf den Marshall-Inseln lagern die USA Atommüll, der bald den Ozean verseuchen könnte. Niemand will zuständig sein.

Die rund drei Kilometer lange und knapp 300 Meter breite Runit-Insel ist eine von etwa vierzig Inseln des Eniwetok-Atolls und gehört damit zu den Marshall-Inseln im pazifischen Ozean. Die Insel könnte mit ihrer zwar spärlichen aber doch grünen Vegetation, den weissen Sandstränden und dem türkisfarbenen Meer für ein Foto in einem Ferien-Prospekt herhalten – eigentlich. Wäre da nicht ein untertassenförmiger Betonbunker von etwa hundert Metern Durchmesser, indem 85’000 Kubikmeter nuklearer Abfall lagern: Plutonium-239, dessen Halbwertszeit 24’000 Jahre beträgt.

Abfall, der den gesamten Pazifik bedroht und für den niemand verantwortlich sein will. Am allerwenigsten die USA, die ihn mit zahlreichen Atombombentests produziert haben – und dabei ganze Inseln versenkten sowie Mensch und Natur für viele Generationen schädigten.

Gesamter Pazifik ist bedroht

Das Lager des hochtoxischen Atommülls ist alles andere als sicher. Es war eigentlich als Provisorium vorgesehen: Zehntausende Kubikmeter Schutt, die mit radioaktivem Plutonium verstrahlt sind, lagern hier. Abgedeckt wurde das Ganze in den 70er-Jahren mit einem 50 Zentimeter dicken Betondeckel. Bereits vor zwei Jahren zeigten Journalisten des australischen TV-Senders ABC, dass sich in der Kuppel Risse gebildet hatten. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres wies bei einem Besuch auf den Fiji-Inseln auf die Gefahr hin und erklärte, die Kuppel sei vermutlich bereits Leck geschlagen, die Radioaktivität drohe in den Pazifik zu gelangen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2012 ist tatsächlich bereits radioaktives Material ausgetreten. 2013 erörterte ein Bericht des US-amerikanischen Energieministeriums die Problematik.

Zusätzlich besteht Gefahr durch Tropenstürme und die Gefahr einer Überschwemmung, die im Zuge des Klimawandels und des damit einhergehenden steigenden Meeresspiegels drastisch gestiegen ist. Die «Los Angeles Times» kommt in einem Bericht zum Schluss, dass der steigende Meeresspiegel die Betonkuppel inzwischen aufbrechen lasse. Geschieht dies, gelangen nukleare Abfälle in den Pazifik. Ein unvorstellbares Szenario, das den gesamten Pazifik bedroht.

USA wollen nicht zuständig sein…

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