Skandal zum Afghanistan-Krieg: Ob auch die deutsche Regierung lügt, interessiert den Spiegel nicht | Anti-Spiegel

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12-12-19 09:09:00,

In den USA wurde ein Bericht bekannt, der detailliert aufzeigt, wie schonungslos und vorsätzlich die Öffentlichkeit über den Afghanistan-Krieg belogen wurde. Der lammfromme Artikel, den der Spiegel darüber veröffentlicht hat, lässt einem fassungslos die Haare zu Berge stehen.

Am 11. Dezember hat der Spiegel einen Artikel abgeliefert, der ihn als das entlarvt, was ihm seine Kritiker schon lange vorwerfen: Als Instrument transatlantischer Kriegspropaganda, das mit kritischem Journalismus so wenig zu tun hat, wie ein Mastschwein mit Stabhochsprung! (Sorry, anders kann ich das nicht ausdrücken, das musste raus, ich werde nun sachlich aufzeigen, warum ich dieser Meinung bin)

Am 9. Dezember hat die Washington Post einen sehr langen Artikel über den Afghanistan-Krieg veröffentlicht. Der Grund war, das die Zeitung einen dreijährigen Rechtsstreit gewonnen hatte und nun geheime Papiere auswerten konnte. Dabei handelte es sich um interne Interviews der US-Regierung, die eine Kommission mit hochrangigen Beteiligten und Entscheidungsträgern des Krieges gemacht hat, die aber nie zur Veröffentlichung gedacht waren. Die Interviewten haben also offen gesprochen und so wurde offensichtlich, dass die Entscheidungsträger auch auf höchster Ebene (inklusive Sicherheitsberater im Weißen Haus und Verteidigungsminister) wussten, dass der Krieg nicht zu gewinnen war und ist. Der Öffentlichkeit wurde in den USA – genauso, wie in Deutschland – stattdessen vorgelogen, alles laufe gut. Es sei schwierig, aber man verzeichne Erfolge und sei auf einem guten Weg, den Krieg zu beenden.

Ich habe den Artikel der Washington Post übersetzt, weil ich ihn zu wichtig fand, um nur in einer Zusammenfassung zu schreiben, Sie finden die Übersetzung hier.

Der Krieg dauert nun schon 18 Jahre und ein Ende ist nicht abzusehen. Es ist damit der längste Krieg in der Geschichte der USA und – nach dem 30-jährigen Krieg – auch der längste Krieg in der Geschichte Deutschlands. Damit sollte jeder nur halbwegs politisch Interessierte auch ohne den veröffentlichten Bericht zumindest den Verdacht haben, dass die Regierungen der beteiligten Staaten ihre Wähler belügen und gleichzeitig junge Menschen als Kanonenfutter in einem sinnlosen und nicht gewinnbaren Krieg verheizen. Auch deutsche Soldaten sind von dort bereits im Sarg oder schwer verwundet zurückgekehrt.

Der Spiegel berichtet über den sehr langen Artikel der Washington Post nur recht knapp. Dabei werden die Kernaussagen auch durchaus korrekt wiedergegeben, mehr aber auch nicht.

Was ist daran zu kritisieren?

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