Julian Assange in Lebensgefahr – Deutliche Worte vom russischen Außenministerium | Anti-Spiegel

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13-12-19 08:24:00,

Das russische Außenministerium hat – im Gegensatz zu der sonst wegen der Sicherheit von Journalisten so besorgten deutschen Regierung – sehr deutliche Worte gefunden, um die Haftbedingungen von Julian Assange zu kritisieren.

Am Donnerstag hat Maria Sacharova, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, in ihrer Pressekonferenz die Haftbedingungen von Julian Assange kritisiert und London zur Erfüllung seiner international eingegangenen Verpflichtungen im Bezug auf Menschenrechte, Medienfreiheit und Sicherheit von Journalisten aufgefordert. Da man solche Töne von westlichen Regierungen, die angeblich durch ihre „Werte“ verbunden sind und sich ständig als Vorreiter beim Schutz von Menschenrechten und Pressefreiheit feiern, nicht hört, habe ich die offizielle russische Erklärung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Die Berichte über die Verschlechterung des Gesundheitszustandes des WikiLeaks-Gründers Julian Assange sind ernst. Er befindet sich derzeit in Isolationshaft im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Seine Behandlung wird als grausam bezeichnet. Die Misshandlung des Journalisten war bereits Gegenstand von Diskussionen der Abgeordneten der Zweiten Parlamentskammer des Königreichs der Niederlande.

Menschenrechtler bringen immer wieder Beweise dafür vor, dass Julian Assange der Zugang zu medizinischer Versorgung vorenthalten wird, obwohl er schwer krank ist, woran auch die politisch begründeten Haftbedingungen Schuld sind. Ihm wird medizinische Hilfe verweigert, er bekommt keine vollwertigen Mahlzeiten und ist ständig schwerer psychischer Folter ausgesetzt. Darauf hat auch der UN-Sonderberichterstatter für Folter Meltzer hingewiesen. Bereits im Mai dieses Jahres besuchte er den Journalisten in Begleitung zweier unabhängiger Mediziner. In seiner Erklärung stellt Herr Meltzer mit Sorge fest: „Neben körperlichen Beschwerden weist Julian Assange alle Symptome der Folgen psychischer Folter auf, einschließlich Stress, chronischer Angst und ausgeprägten psychischen Traumata.“

Die Arbeitsgruppe des Menschenrechtsrates für willkürliche Inhaftierung, die UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Privatsphäre und die UN-Sonderberichterstatter über widerrechtliche Inhaftierungen und viele andere sind ebenfalls aufgerufen, ihren internationalen Verpflichtungen im Bereich des Schutzes der Menschenrechte von Julian Assange nachzukommen. In diesem Fall spricht die internationale Gemeinschaft mit einer nahezu einheitlichen Stimme. Unabhängig davon, ob es sich um offizielle Strukturen oder Gremien innerhalb der UNO handelt oder um beratende Strukturen und Foren, ob es Vertreter der Zivilgesellschaft, oder ob es ist Experten einzelner Länder sind – alle sind sich einig, dass dies Folter gegen einen Menschen ist, der wirklichen Journalismus betrieben hat. Es mag eine für die Welt neue Form des Journalismus sein, aber es ist der kritische Journalismus,

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