Das Kollektiv jagt die Individualität – oder Christenverfolgung weltweit

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16-12-19 09:13:00,

Weit über 200 Millionen Christen sind gegenwärtig weltweit Verfolgungen ausgesetzt, wie das christliche Hilfswerk Open Doors ermittelt hat, das sich in über 60 Ländern der Welt für Christen einsetzt. Es sei „die größte Christenverfolgung aller Zeiten“. Christen werden wegen ihres Glaubens diskriminiert, ausgegrenzt, inhaftiert, gefoltert und getötet. Auffallend ist, dass die Verfolger Kulturen und Religionen angehören, in denen noch das Kollektiv der Blutsverwandtschaft das Leben des Einzelnen bestimmt. Es ist im Grunde ein Kampf gegen die freie Individualität, die freiheitliche Entwicklung der Menschheit.

Open Doors hat zu Recht ein weites Verständnis von „Christenverfolgung“. Sie besteht nicht nur, wenn der Staat einzelne oder ganze Gruppen von Christen wegen ihres Glaubens einsperrt, verletzt, foltert oder tötet, sondern auch dann, wenn Christen aufgrund ihres Glaubens z.B. ihre Arbeit oder ihre Lebensgrundlage verlieren, wenn Kinder keine oder nur eine schlechte Schulbildung bekommen oder Christen aus ihren angestammten Wohngebieten vertrieben werden, wenn es Christen nicht erlaubt ist, Kirchen zu bauen oder sich auch nur privat zu versammeln, wenn die Registrierung einer christlichen Gemeinde oder Organisation nur unter schikanösen Bedingungen oder auch gar nicht möglich ist. Auch wenn es Andersgläubigen gesetzlich oder zumindest gesellschaftlich nicht erlaubt ist, zum Christentum zu konvertieren und sich zum christlichen Glauben zu bekennen – wenn Gläubige also mit Konsequenzen für Familie, Besitz, Leib und Leben rechnen müssen – handelt es sich im Grunde um Christenverfolgung.1

Seit 2013 hat Open Doors eine drastische Zunahme von Gewalt gegen Christen um etwa 50 Prozent festgestellt. Die Unterdrückung von Christen durch extremistische Gruppen, die eigene Regierung, Gesellschaft und Familie stieg um rund 25 Prozent. Betroffen sind Christen in hinduistischen, buddhistischen, islamischen sowie kommunistisch und diktatorisch geprägten Ländern. Open Doors erstellt jährlich einen Weltverfolgungsindex (WVI), der für die 50 Länder, in denen es Christen am schwierigsten haben, Trends und Entwicklungen aufzeigt.2

„Insbesondere Regierungen asiatischer Länder entwickeln zunehmend diktatorische Züge. Nordkorea, seit 2002 auf Platz 1 des Weltverfolgungsindex, gilt schon lange als Negativbeispiel, gerade auch hinsichtlich der Kontrolle von Glauben und Religion. Doch politische Schwergewichte wie China ziehen nach: China verschlechtert sich von Platz 43 auf 27. Ausgestattet mit einer seit Mao nicht gekannten Machtfülle, treibt Staatspräsident Xi Jinping sein Programm der „Sinisierung“ (Anpassung an chinesische Traditionen), kombiniert mit kommunistischer Ideologie, in allen Gesellschaftsbereichen voran. Die etwa 100 Mio. Christen sind davon stark betroffen. Sie sollen nach den am 1.

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