Propaganda im Jugoslawienkrieg

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16-12-19 08:14:00,

Publiziert: Dezember 2019

Der Jugoslawienkrieg in den 1990er Jahren war ein klassischer imperialer Krieg zur Neuordnung Süd­ost­europas. Die USA setzten dafür unter anderem auch jene Milizen ein, mit denen sie zuvor in Afghanistan die UdSSR bekämpften, und die sie später »Al Kaida« nennen sollten.

Die politische und mediale Propaganda zum Jugoslawien­krieg ist inzwischen gut erforscht. Interes­santer­weise versuchen dennoch zahlreiche Medien und Kommentatoren bis heute an der offiziellen Darstellung von damals festzuhalten, im Unterschied etwa zum Irak­krieg.

Hierfür mag es verschiedene Gründe geben. Einerseits stammt die fragliche Propaganda noch aus der Frühzeit des Internets und ist deshalb in der Öffentlichkeit im Allgemeinen etwas weniger bekannt. Andererseits sind die Implikationen für Europa in diesem Fall besonders groß.

Aus heutiger Sicht ist es freilich eine triviale Feststellung, dass gewisse Medien den Jugo­sla­wien­krieg der NATO unterstützten, doch damals glaubten selbst Kritiker noch an ein mediales »Versagen«, zumal die entscheidenden Medienstrukturen noch nicht allgemein bekannt waren.

Aus Schweizer Perspektive ist ferner die tragische Rolle der UNO-Chef­an­klägerin hervor­zu­heben, die vermutlich bis heute nicht realisiert hat, wofür sie in Den Haag letztlich eingespannt wurde.

Es folgt eine Übersicht der bekanntesten Propagandabeispiele aus dem Jugoslawienkrieg sowie Hinweise auf weiterführende Literatur und Dokumentationen.

Siehe auch:

Propagandabeispiele
1. Das serbische »Todeslager« (1992)

Eines der bekanntesten Propagandabeispiele aus dem Jugoslawienkrieg ist das angebliche serbische Todeslager von Trnopolje in Bosnien. Dabei besuchten drei britische Journalisten im August 1992 ein Flüchtlingslager, dessen Insassen betonten, sehr gut behandelt zu werden (siehe unten).

Die Journalisten begaben sich indes auf ein abgesperrtes Trafo-Areal direkt neben dem Flüchtlings­lager und filmten die Männer durch einen Stachel­draht­zaun hindurch, um den Zuschauern zu suggerieren, die Männer seien eingesperrt. Sodann baten die Journalisten einen aufgrund von Krankheit oder kriegsbedingter Mangelernährung abgemagerten Mann, sein T-Shirt auszuziehen.

Das so entstandene Foto landete – sorgfältig zurecht­geschnitten – auf den Titelseiten der meisten westlichen Medien als »Beweis« für serbische »Todeslager«, die wiederum als Begründung für die nachfolgende NATO-Intervention in Bosnien dienten,

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