CDU-Spendenaffäre: „Es bot sich damals die Gelegenheit, dieses Geld durch Luftbuchungen auf vier Anderkonten ins Ausland zu verschieben“

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19-12-19 08:37:00,

Woher stammen die Millionen aus den schwarzen Kassen der CDU? Seit der CDU-Spendenaffäre Ende der 90er Jahre wurde diese Frage unzählige Male gestellt – aber nicht definitiv beantwortet. Karl-Heinz Ebert dessen, wie er selbst sagt, Vater in den 60er Jahren in dubiose Vorgänge im Zusammenhang mit dem „Adenauer Fernsehen“ verwickelt war, könnte Licht ins Dunkeln bringen. Das sagt er im NachDenkSeiten-Interview. Das Geld stammt demnach aus Bundesmitteln, also vom Steuerzahler. Von Marcus Klöckner.

Kann die Herkunft des „Bimbes“, wie Helmut Kohl das Geld aus den schwarzen Kassen zu nennen pflegte, mit Eberts Wissen geklärt werden? In dem gerade erschienenen Buch „Die Beichte meines Vaters über die Herkunft des Bimbes. Die schwarzen Kassen der CDU“ setzt sich Ebert akribisch mit dem auseinander, was sein Vater ihm erzählt hat.

Ein Interview, das einen Blick zurückwirft in die Frühphase der Bundesrepublik, die Spendenaffäre beleuchtet und eine neue Erzählung zur Herkunft der Millionen bietet. Von Marcus Klöckner.

Herr Ebert, Sie „kennen und sehen einen Zusammenhang, bei dem selbst Der Spiegel im Dunkeln tappte.“ Das schreiben Sie in Ihrem Buch. Um welchen Zusammenhang geht es?

Den Zusammenhang, den ich begriffen habe, betrifft die bis heute ungeklärte Herkunft von über 20 Millionen Mark, über die Helmut Kohl während seiner politischen Karriere verfügen konnte und einer dubiosen Geschichte, die mir mein Vater vor fast 30 Jahren anvertraut hat. Ich lese im Dezember 2017 diesen Bericht des Spiegels. Unter der Überschrift „Das Ehrenwort“ wird detailliert über die „schwarzen Kassen der CDU“ und die versteckten Konten im Ausland berichtet. Noch bevor ich den Artikel zu Ende gelesen habe, wird in meinem Kopf ein Schalter umgelegt der gleich mehrere große Scheinwerfer einschaltet.

Wie kommt es, dass Sie Licht ins Dunkel bringen können?

Weil mein Vater mir vor circa 30 Jahren, schon im hohen Alter, einen Vorgang aus seinem Berufsleben anvertraut hat, der ihn schwer zu belasten schien. Auch an dem Abend, als er mir von der Geschichte berichtete, war er in einer üblen, seelischen Verfassung, in der so mancher Mensch nach dem Sinn des Lebens fragt und dem Warum. Meine Mutter, also seine Frau, war ernsthaft erkrankt und die Diagnose war eindeutig. Außerdem war seine geplante Urlaubsreise, von der er sich Ablenkung erhofft hatte, kurzfristig abgesagt worden.

Zum Verständnis: Wer war Ihr Vater?

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