„Ein Mythos“: Sahra Wagenknecht rechnet mit Fachkräftemangel ab – Arbeitsmarktexperte legt nach

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19-12-19 09:22:00,

Laut der Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht verbirgt sich hinter dem flächendeckenden Fachkräftemangel eine „knallharte Interessenpolitik“. So wurde auf dem Fachkräftegipfel im Kanzleramt eben für ausländische Fachkräfte geworben. Während mehrere Studien den besagten Mangel belegen, verweisen viele auf andere diesbezügliche Probleme im Land.

Die Bundesregierung will mehr Fachkräfte von außerhalb der EU nach Deutschland holen, hieß es beim Fachkräftegipfel im Kanzleramt am Montag. Deswegen tritt am 1. März auch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft, das den Fachkräften aus dritten Ländern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtern soll. Es sind vor allem die Unternehmen, die den Mangel seit Jahren beklagen. Laut einer neuen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) bezeichnen 56 Prozent der Firmen diesen als das größte Geschäftsrisiko.

Doch nicht viele zeigen sich von diesen Einstellungen begeistert. So meint die geschiedene Chefin der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, in einer Stellungnahme, sollte es in Deutschland tatsächlich einen Mangel an Fachkräften geben, dann seien Regierung und Wirtschaft selbst schuld daran. „Die Politik, weil sie seit Jahren nichts gegen die chronische Unterfinanzierung der deutschen Bildungseinrichtungen tut: nichts gegen Lehrermangel, den Unterrichtsausfall, die oft unerträglichen Zustände gerade in Schulen ärmerer Stadtviertel. Und die großen börsennotierten Unternehmen, weil sie die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze in vergangenen Jahren sogar reduzierten“, so die 50-jährige Volkswirtin. Sie verweist weiter darauf, dass sich die Anzahl der Jugendlichen, die sich vergeblich um eine Lehrstelle bewerben würden, von 2010 bis 2017 verdoppelt habe.

Das Gerede vom flächendeckenden Fachkräftemangel ist daher laut Wagenknecht ein Mythos, „hinter dem sich knallharte Interessenpolitik verbirgt“.

Die Politikerin ist sich sicher: Wo Fachkräfte fehlen würden, müssten Unternehmen alles tun, um Beschäftigte mit guten Löhnen und dauerhaften Verträgen möglichst langfristig zu binden. So waren 2019 nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 40 Prozent aller Neueinstellungen befristet.

Besucher einer Jobmesse für Migranten in Berlin

©
REUTERS / Fabrizio Bensch

Dafür waren laut den BA-Zahlen im November 2019 etwa 1,49 Millionen Fachkräfte als arbeitslos beziehungsweise arbeitssuchend gemeldet im Vergleich zu den 478.000 gemeldeten Arbeitsstellen. Also mangele es nicht an Fachkräften, so Wagenknecht, sondern in erster Linie an Unternehmen, die ausbilden, gute Löhne zahlen und faire Arbeitsbedingungen bieten würden.

„Dazu sollte das Kanzleramt mal einen Krisengipfel machen, statt die Wirtschaft mit billigen Arbeitskräften aus dem Ausland zu versorgen,

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