Das Schwellenjahr

das-schwellenjahr

21-12-19 08:36:00,

„Die überwiegende Mehrheit der Menschheit ist natürlich ihr außerwestlicher Teil, und das Paradoxon ist, daß wir Menschen des Westens Leute sind, deren Geschichtsbild noch oft jenem aus der Zeit vor Vasco da Gama gleicht. Ich persönlich glaube nicht daran, daß diese vorsintflutliche, traditionelle Geschichtsauffassung des Westens sich noch lange halten wird. Ich zweifle nicht, daß eine Neuorientierung bevorsteht, und es wird, denke ich, in unserem Falle eine Neuorientierung im buchstäblichen Sinne des Wortes sein“ (Arnold Toynbee 1968, 1, 2).

*„Ich glaube, daß nur ein allgemeiner Verzicht auf Waffengewalt überhaupt (…) Sinn hat“ * (Max Born 1957, 3).

„Die Bundeswehr soll nach den Worten von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen künftig nicht nur im Norden Iraks, sondern im ganzen Land die Streitkräfte unterstützen“ (FAZ vom 10. Februar 2018).

Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson begründete vor hundert Jahren eine außenpolitische Doktrin, die künftige weltweite Konflikte vermeiden und US-Interessen durch die weltweite Verbreitung von Marktwirtschaft und Demokratie sowie im Notfall durch militärisches Eingreifen in Konfliktherde sichern sollte. Der Ausdruck Wilsonianismus wurde geprägt, als Wilson 1918 während der Verhandlungen zum Versailler Vertrag zum Ende des Ersten Weltkriegs ein 14-Punkte-Programm „für den ewigen Frieden“ auf der Welt vorlegte (4). Der Wilsonianismus wollte also der Welt den Weg aus einer „globalen“ Krise weisen (5).

Wenn wir „unseren“ Medien und der Politik glauben, dann finden wir uns seit 2007 wieder von einer ganzen Reihe von Krisen bedroht. So lesen wir in Wikipedia — und das sind doch heute „wir“ —: Die Weltwirtschaftskrise ab 2007 wurde ausgelöst durch das Platzen einer Immobilienpreis-Blase, mit einhergehender Finanzkrise und Bankenkrise, auf die später Staatsschuldenkrisen bis zum Teil Staatskrisen wie in Griechenland folgten (Hervorhebungen durch den Autor).

Seit 2007 sind zwölf Jahre vergangen. Damals befand sich die Welt also in einer großen Wirtschaftskrise, begleitet von anderen wichtigen Krisen. So wurde und wird uns jedenfalls von allen Medien erzählt. Die Immobilienpreisblase beziehungsweise Sub-Prime-Blase in den USA war geplatzt. Wir waren alle von der sogenannten Lehmann-Bankenkrise betroffen.

Wir sollten Angst um unser Geld, um unser Aus- und Fortkommen haben. Noch nicht um unser Leben. So wurde uns erzählt, und wir haben auch entsprechend reagiert und waren bereit, wenn nicht alles, so doch vieles „alternativlos“ zu akzeptieren.

Wir leben seitdem im Krisenmodus. Angeführt von Politikern und Wirtschaftswissenschaftlern,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: