Die Ära des radikalen Bösen

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21-12-19 08:28:00,

Immanuel Kant prägte den Begriff des „radikalen Bösen“ und meinte damit die Bevorzugung der eigenen Belange gegenüber denen anderer, sodass die uns umgebenden Menschen zu Objekten reduziert werden, die man für die eigenen Zwecke manipuliert und benutzt. Hannah Arendt, die den Begriff „das radikale Böse“ auch verwendete, sah darin mehr als das Behandeln anderer als bloße Objekte. Das radikale Böse, schrieb sie, machte eine große Anzahl von Menschen überflüssig. Sie besaßen überhaupt keinen Wert. Man entledigte sich ihrer als menschlichen Abfalls, sobald sie den Mächtigen nicht mehr von Nutzen waren.

Wir leben in einem Zeitalter des radikalen Bösen.

Die Architekten dieses Bösen plündern die Erde und treiben die Menschheit in den Untergang. Sie nehmen uns unsere grundlegendsten Bürgerrechte und -freiheiten. Sie führen die wachsende soziale Ungleichheit herbei, indem sie Reichtum und Macht in den Händen einer Clique globaler Oligarchen bündeln.

Sie zerstören unsere demokratischen Institutionen, indem sie aus gewählten Ämtern ein System legalisierter Korruption machen und unsere Gerichte mit Richtern bestücken, die die Verfassungsrechte so umkehren, dass unbegrenzte Mengen an Unternehmensgeldern, die in politische Kampagnen fließen, als das Recht getarnt werden, Anträge an die Regierung zu stellen — oder als eine Art freier Meinungsäußerung.

Ihre Machtübernahme hat Demagogen und Hochstapler wie Donald Trump oder Boris Johnson hervorgebracht — beide sind der verzerrte Ausdruck einer gescheiterten Demokratie. Sie verwandeln die armen Gemeinden der USA in interne militarisierte Kolonien, in denen die Polizei tödliche Terrorkampagnen durchführt und Masseninhaftierungen als schonungsloses Mittel der sozialen Kontrolle einsetzt. Sie führen endlose Kriege im Nahen Osten und leiten die Hälfte der frei verfügbaren Ausgaben in ein aufgeblähtes Militär um. Sie stellen die Rechte von Konzernen über die Rechte des Bürgers.

Arendt erfasste das radikale Böse eines Unternehmenskapitalismus, in dem Menschen überflüssig gemacht werden (…) und an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, wo sie und ihre Kinder als wertlos gelten, weil der Wert ja stets durch die produzierte und angehäufte Geldmenge bestimmt wird. Das Evangelium nach Lukas jedoch mahnt uns: „Was vom Menschen wertgeschätzt wird, ist in den Augen Gottes eine Abscheulichkeit.“

Wer sind diejenigen, die uns auf dem Altar des globalen Kapitalismus opfern würden? Wie gelang es ihnen, die Macht zu erlangen, mit der sie uns unsere Stimme verwehren, mit der sie darauf bestehen, die Erde sei ein lebloser Rohstoff,

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