Nordsyrien: Keine internationale humanitäre Hilfe in Sicht

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23-12-19 03:54:00,

Archivbild: Angriffe auf Tall Abyad/Gire Spi im Oktober 2019. Foto: Orhan Erkılıç/gemeinfrei

  1. Nordsyrien: Keine internationale humanitäre Hilfe in Sicht

  2. Hilfe für Nordsyrien durch Spendenprojekte


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Der Krieg der Türkei gegen die kurdische Selbstverwaltung: 300.000 Binnenflüchtlinge, Bedrohung durch IS-Schläferzellen und den von der Türkei finanzierten Dschihadistenmilizen

Der Krieg der Türkei gegen die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien hat die humanitäre Lage weiter verschärft. Der US-Kongress bescheinigt der Türkei Kriegsverbrechen durch den Einsatz von Phosphorbomben. Doch für die Geflüchteten oder verletzten Zivilisten ist Hilfe von den europäischen Institutionen nicht in Sicht.

Die Region muss zu den 300.000 Binnenflüchtlingen, die ihnen die Türkei durch die Besetzung Afrins 2018 und durch die Besetzung von Tall Abyad (kurdisch: Gire Spi) und Ra’s al-‘Ain (kurdisch: Serekaniye) seit Oktober 2019 beschert hat, auch die über 70.000 inhaftierten IS-Gefangenen versorgen. Gleichzeitig ist sie ständig von IS-Schläferzellen und den von der Türkei finanzierten Dschihadistenmilizen bedroht. Internationale Hilfe wird nicht gewährt. NGOs, Kirchen, Kommunen und Vereine versuchen zu helfen, können aber die riesigen Bedarfe nicht im Geringsten abdecken.

Die Solidarität mit den Menschen in Nordsyrien in der Bevölkerung Deutschlands ist groß. Verschiedenste Vereine, politische Gruppen und Organisationen, Künstler und Wissenschaftler versuchen mit Kundgebungen, Theateraufführungen, Ausstellungen oder Veranstaltungen die Öffentlichkeit zu informieren. Da die Bundesregierung nach wie vor beim Thema Nordsyrien die drei Affen spielt – “nichts sehen, hören, sagen” – ist das Thema auch in unseren Printmedien kaum präsent.

Leider finden hierzulande auch kurdische Medien und Nachrichtenagenturen, die über direkte Kontakte in die Region verfügen und eigene Korrespondenten vor Ort haben, kaum Beachtung. Warum ist das so?

Zum einen will man es sich nicht mit Erdogan und der Bundesregierung verscherzen. Für Erdogan sind die kurdischen Nachrichtenagenturen “PKK-Propaganda” und die Bundesregierung macht sich diese Haltung zu eigen, weil sich die kurdischen Medien nicht innerhalb des Framings “die PKK ist eine Terrororganisation” bewegen. In der Türkei akkreditierte deutsche Journalisten und Journalistinnen fürchten den Verlust ihrer Akkreditierung und blasen ins gleiche Horn. Objektive Berichterstattung geht anders.

Zum anderen sind seit dem Einmarsch der Türkei in Nordsyrien kaum noch internationale Journalisten in der Region.

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