Das russische Fernsehen über kriminelle Politiker | Anti-Spiegel

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24-12-19 09:25:00,

In den westlichen Medien lesen wir immer von der Korruption in Russland, aber nie, dass dafür auch hohe Politiker bestraft werden. Am Sonntag berichtete das russische Fernsehen über einen aktuellen Fall.

Die Korruption ist ein großes Problem in Russland und sie ist schwer zu bekämpfen. Aber sie wird bekämpft und immer wieder werden wichtige Menschen deswegen verurteilt. Nun traf es einen ehemaligen Finanzminister, der sich auf Kosten des Staatshaushaltes um 14 Milliarden Rubel (zum damaligen Kurs ca. 350 Millionen Euro) bereichert hatte.

Dass Politiker für ihre Taten, die den Steuerzahler Millionen oder sogar Milliarden kosten, auch mal bestraft würden, würde man sich auch für Deutschland wünschen, wenn man an all die Berateraffären denkt, die derzeit in Berlin Schlagzeilen machen, bei denen am Ende aber niemand hinter Gitter muss, obwohl Vetternwirtschaft und Vertuschungen offen zu sehen sind.

In der Sendung „Nachrichten der Woche“ hat sich das russische Fernsehen diesen dreisten Fall aus Russland angeschaut und ich habe den Beitrag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Ein Jahr Gefängnis für jede gestohlene Milliarde Rubel. Insgesamt 14 Jahre Haft. Das ist das Urteil des Moskauer Bezirksgerichts gegen den ehemaligen Finanzminister der Region Moskau, Alexej Kusnezow. Zuvor war die Frau des Korruptionärs, Zhanna Bullock, zu 11 Jahren Haft verurteilt worden, allerdings in Abwesenheit. Das Paar hat die kriminellen Plänen zusammen ausgeheckt, zusammen Geld aus dem staatlichen Haushalt in Offshore-Firmen gebracht, „gewaschen“ und dann zusammen ausgegeben. Dann trennten sich ihre Wege. Die hinterhältige Blondine aus einer kleinen weißrussischen Stadt schaffte es, sich von Kusnezow scheiden zu lassen, hat wieder geheiratet und führt ein luxuriöses Leben in New York.

Die Symphonie des Sägewerkes lässt die Zeit in Haft schneller vergehen. Wer arbeitet, der kommt früher wieder raus. Es wird auch an Nähmaschienen gearbeitet, es gibt für niemanden Privilegien im Gefängnis. Alle eint hier eines, sie wurden verurteilt. Im Speisesaal wird angetreten. Raustreten nur nach Aufruf. Spaziergänge finden unter Bewachung statt. Kein beneidenswertes Leben im Gefängnis. Sie haben es sich nicht ausgesucht, sie wurden dazu verurteilt.

Es herrschen 12 Minuten Stille im Gerichtssaal, während der Richter das Urteil verliest. Monoton und emotionslos, um diesem Fall ein Ende zu setzen. Es ist nicht die Art von Finale, die Kusnezow sich erträumt hat. Er hatte alles: Geld, Macht und eine schöne Frau.

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