Die Entwicklungshilfe-Industrie lebt davon, dass die Armut nicht endet

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24-12-19 09:18:00,

Die Entwicklungshilfe-Industrie lebt davon,

. . . dass die Armut nicht endet

„Immer wieder finden sich Eskimos, die den Afrikanern sagen, was sie zu tun haben.“

(Stanislaw Jerzy Lec, * 1909 als de Tusch-Letz; † 1966)

von Herbert Ludwig / FASSADENKRATZER

Auch die zahlreichen Organisationen, die seit Jahrzehnten Entwicklungshilfe-Projekte vor Ort durchführen, haben nicht für eine grundlegende Verbesserung der Armut gesorgt. „Das Gift der guten Gaben“ bewirkt offensichtlich das Gegenteil von Entwicklung. Aber eben dies sorgt dafür, dass die Organisationen nicht überflüssig werden und von der Entwicklungshilfe selber weiterhin profitieren.

Africa-Entwicklungshilfe-Entwicklungshilfeindustrie-Afrika-Ausbeutung-Massennutzmenschhaltung-Humankapital-Kritisches-Netzwerk-Hilfsbusiness-Machteliten-Entwicklungsgelder-EUFRIKASo hat sich, wie der langjährige deutsche Botschafter in Afrika Volker Seitz, beklagt, eine riesige Industrie eingerichtet, die von der derzeitigen Entwicklungshilfe lebt und quasi Selbstzweck geworden ist.

Zentrale Organisation für die internationale praktische Entwicklungshilfe vor Ort ist für das “Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung” (BMZ) die “Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit” (GIZ), eine bundeseigene GmbH mit 20.726 Mitarbeitern in 120 Ländern, wovon 70 % Einheimische sind. Sie hat einen Umsatz von jährlich 2,6 Milliarden Euro (2017). Sie ist am 1. Januar 2011 aus der Verschmelzung der “Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit” (GTZ), der “Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH” (InWEnt) und dem “Deutschen Entwicklungsdienst” (DED) hervorgegangen.

Neben ihr sind vom BMZ noch sechs weitere nichtstaatliche Organisationen als „Träger des Entwicklungsdienstes“ anerkannt.[1] Doch darüber hinaus gibt es in Deutschland mehrere Tausend entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen, die auf begründeten Antrag bezuschusst werden.[2] Nach Volker Seitz gehen insgesamt etwa 8 Milliarden Euro jährlich in die deutsche Entwicklungshilfe, und davon fließen 16 %, also ca. 1,28 Milliarden, an NGOs.[3]

► Kein Überblick

Es besteht aber offensichtlich nirgends ein genauer Überblick über alle bisherigen Projekte, die als Entwicklungshilfe in den verschiedenen Ländern durchgeführt wurden und vor allem auch nicht, aus welchen Gründen Projekte gescheitert sind. Nur dann könnten Konsequenzen für die Zukunft gezogen werden. Als Volker Seitz in den 1980er Jahren in den Niger versetzt wurde, wollte er sich erkundigen, welche Projekte es seit Beginn der deutschen Entwicklungshilfe im Niger gegeben hatte. Weder ein Ministerium noch die damaligen GTZ und DED hätten einen Überblick gehabt. Es sei auch abgelehnt worden, einen ehemaligen Entwicklungshelfer, der das Land gut kannte, mit einer solchen Untersuchung zu beauftragen.

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