Das Rätsel der zwei verschiedenen Geburtsgeschichten Jesu*

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27-12-19 09:13:00,

Das Fest der Geburt Jesu ist fester Bestandteil des Jahreslaufs im öffentlichen Leben, aber es ist vielfach zu einer kitschigen Geschenk- und Konsumorgie veräußerlicht. Immer weniger Menschen können seinen eigentlichen spirituellen Sinn noch erfassen und halten nur aus Tradition in Form eines großen Familientreffens daran fest. Dabei birgt Weihnachten noch tiefe Menschheits-Geheimnisse, die dem allgemeinen Bewusstsein verloren gegangen sind. Nur durch eine vertiefte Erkenntnis wird es möglich sein, die große Bedeutung des Weihnachtsfestes für das menschliche Gemüt zurückzugewinnen.

Doch schon die überlieferten Evangelien bieten der suchenden Erkenntnis mehr Nahrung und Perspektiven, als gewöhnlich ausgeschöpft wird. Man sollte halt nicht nur den tradierten Interpretationen folgen, die von den zerfallenden Kirchen vorgegeben sind, sondern selber denken.

Jesus Christus

ist nach christlicher Überlieferung mehr als ein großer Mensch. Er ist der Sohn Gottes, also selber ein hohes Gotteswesen, das aus Liebe irdische Menschengestalt angenommen hat, um der Menschheit Kräfte zu bringen, die sie aus Sünde und auswegloser Verstrickung in die irdische Welt  erlösen können. Dies kommt in dem Doppelnamen Jesus, des Menschen aus Nazareth, und Christus, des göttlichen Messias, zum Ausdruck. Vier Evangelien berichten von seinem Erdenleben. Es fällt auf, dass zwei von ihnen, das Lukas- und das Matthäus-Evangelium, mit der Geburt des Jesusknaben beginnen, über sein Leben nach der frühen Kindheit aber schweigen und dann ausführlich sein Leben von seiner im 30. Lebensjahr stattfindenden Taufe im Jordan an bis zu Tod und Auferstehung schildern. Das Markus- und das Johannes-Evangelium sagen über Geburt und Kindheit gar nichts, sondern setzen gleich mit der Taufe des dreißigjährigen Jesus ein und schildern nur Ereignisse seines dann noch etwa drei Jahre dauernden Lebens.

Das Wesentliche des Lebens und Wirkens Jesu Christi hat sich also für alle vier Evangelisten in den letzten dreieinhalb Jahren von der Taufe an abgespielt. Wenn man sich die Frage stellt, wann sich Christus, das Gotteswesen, in Jesus verkörpert hat, um aus seinem Leibe heraus als Mensch gewordener Gott auf Erden zu wirken, dann legt daher die ganze Komposition der vier Evangelien nicht den Zeitpunkt der Geburt, sondern den der Taufe im Jordan durch Johannes den Täufer nahe. Bis dahin hat es sich danach noch nicht um das Leben des Jesus-Christus, sondern nur um das Leben des zwar bedeutenden, aber eben doch nur des Menschen Jesus gehandelt.

Dafür spricht auch die Taufszene selbst,

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