Putin versus Polen

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30-12-19 09:40:00,

Wladimir Putin: “Hitler told the Minister of Foreign Affairs, and later bluntly said to the Polish Ambassador to Germany that he had a plan to send the Jewish population to Africa, to the colonies. Imagine, in 1938, to expel Jews from Europe to Africa. Sending them to their extermination. To destruction. And here is what the Polish ambassador wrote to the Polish Foreign Minister, Mr Beck: When I heard this, he wrote, I responded (to Hitler, he means), that if this happens and this issue is resolved, we will build a beautiful monument to him (to Hitler) in Warsaw. That bastard! That anti-Semitic pig – I have no other words.” Bild: Kreml/CC BY-4.0

Geschichtsunterricht als politische Waffe

Russlands Präsident Wladimir Putin startete vor einigen Tagen eine geschichtspolitische Initiative gegen Polen – er hat dem Land eine Mitschuld am Beginn des Zweiten Weltkrieges zugewiesen.

Darauf wurde Russlands Botschafter Sergej Andrejew am Freitag zu einer Protestnote ins Außenministerium in Warschau einberufen. Die Aussagen Putins würden ein “falsches Bild der Geschehnisse‘ vermitteln und “an die Propaganda-Anweisung des stalinistischen Totalitarismus erinnern”, erklärte das Ministerium.

Putin sagte Anfang vergangener Woche vor internationalen Medienvertretern, dass der Ribbentrop-Molotow-Pakt vom August 1939 (der die Aufteilung Polens zwischen NS-Deutschland und der Sowjetunion beinhaltete) nicht zum Ausbruch des Krieges geführt habe. “Wir sind bereit, Russlands Diplomaten die historische Wahrheit so lange wie nötig zu erklären”, twitterte Vizeaußenminister Marcin Przydacz als Reaktion.

Zudem nannte der Kremlchef Jozef Lipski, den Berliner Botschafter Polens in den 30er Jahren, einen “Drecksack” und ein “antisemitisches Schwein”. Der Diplomat hatte 1938 mit Adolf Hitler eine Deportation der Juden nach Afrika diskutiert und diesem bei Gelingen ein Denkmal in Warschau versprochen. Auch wurde die polnische Annexion eines Teils der Tschechoslowakei (das Teschner Land) im Jahre 1938 erwähnt.

In Russland reagierten Politik und Medien mit Unterstützung ihres Präsidenten und mit Empörung über den Protest Polens. Der Sprecher der Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, forderte Warschau auf, sich für die Äußerungen Lipskis im Nachhinein auf der “Parlaments- und Präsidentschaftsebene” zu entschuldigen.

“Ein wirklicher Feind wird Dich nie verlassen.” Dieses Bonmot des Satirikers Stanislaw J. Lec macht derzeit in Polens Öffentlichkeit die Runde.

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