USA, Irak, Iran: Trump dreht weiter an der Eskalations-Spirale

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03-01-20 03:30:00,

Erich Gysling / 03. Jan 2020 –

Die Ermordung des iranischen Generals Soleimani ist eine beispiellose Eskalation im unerklärten Krieg zwischen den USA und Iran.

Qassem Soleimani hatte innerhalb der Hierarchie faktisch die Rolle eines Verteidigungsministers. Er unterstand direkt dem obersten geistlichen Führer Irans und kommandierte die Auslandoperationen der so genannten al-Quds-Brigaden in Irak und Syrien mit einer geschätzten Stärke von 15’000 Mann. Weil er entscheidend an der Zerschlagung der Terror-Organisation des Islamischen Staats IS beteiligt war, erhielt er einst auch Lob aus den USA. Er brachte es dafür einmal sogar auf die Titelseite von «Newsweek». Aus den positiven Schlagzeilen fiel er allerdings bald wieder heraus, weil seine Truppen – das ist Teil der widersprüchlichen Strategie Irans in der Region – auch für den Sieg des syrischen Machthabers al-Assad über die Oppositionskräfte mit verantwortlich war.

Irak in der Zwickmühle zwischen den USA und Iran

Der Anschlag auf den Iraner Soleimani ereignete sich der Nähe von Iraks Hauptstadt Bagdad – ein verhängnisvolles Zeichen dafür, wie sehr Irak in den Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Iran hineingezogen wird.

Iraks Regierung versucht seit Jahren in einem eigentlich unmöglichen Balance-Akt, gute Beziehungen sowohl zu Washington als auch zu Teheran zu unterhalten. Mit den USA schloss sie Abkommen, welche u.a. die Stationierung von 5200 US-Soldaten betreffen. Dass die US-Streitkräfte dies als Freibrief für Luftangriffe gegen irgendwelche Milizen nutzen könnten, gehörte allerdings nicht ins Verständigungs-«Paket».

Als die Amerikaner vor wenigen Tagen, als Vergeltung für die Attacke durch eine schiitische Miliz, aus der Luft 25 Iraker umbrachten und 50 weitere verletzten, schien für die provisorische Regierung in Bagdad eine «rote Linie» in Greifnähe: der Übergangs-Premier äusserte, er werde das Stationierungs-Abkommen mit den USA «überdenken». Dazu gedrängt wurde er auch von einem Teil des Parlaments, in dem verschiedene Milizen stark vertreten sind.

Von Iran unterstützte Milizen sind Teil der irakischen Armee

Die irakische Realität ist, das zeigen schon diese Ereignisse, hoch komplex. Es ist ja nicht so, dass von Iran geförderte Milizen im Irak ein isoliertes Eigenleben führen würden– nein, die meisten von ihnen, die sich unter dem Namen „hashd ash-Sha’bi“, „Volksmobilisations-Einheiten“ mehr oder weniger vereinigt haben, sind, wieder mehr oder weniger, in die normalen irakischen Streitkräfte integriert. Wie das? Nun, ungeachtet einer von den USA (16 Jahre lang!) mit hunderten Milliarden finanzierten Aufbauhilfe für die Armee Iraks sind die regulären Truppen nicht in der Lage,

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