Weil Putin teilnimmt: Polen sagt Teilnahme am Holocaust-Gedenktag in Israel ab | Anti-Spiegel

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03-01-20 05:52:00,

Polens Regierung sieht sich von Feinden umgeben und das nimmt mittlerweile schon groteske Züge an.

Die polnische Regierung ist dafür bekannt, dass sie um sich herum viele Feinde wittert. Da ist der böse Russe im Osten und da sind die Deutschen im Westen, von denen Polen gerne eine Billion Euro an Reparationen für Kriegsschäden haben möchte. Aber auch mit anderen Nachbarn hat Polen kein einfaches Verhältnis. Mit der Ukraine eint Polen zwar die anti-russische Politik, aber die Wunden des Zweiten Weltkrieges haben auch Narben hinterlassen. Immerhin haben ukrainische Milizen während des Zweiten Weltkrieges Massenmorde an Polen verübt. Kiew denkt aber gar nicht daran, sich dafür zu entschuldigen, sondern hebt stattdessen die Anführer der nationalistischen Milizen, die sich auch der SS-Division Galizien angeschlossen haben, in den Stand von Bationalhelden.

Und nun hatte der russische Präsident Putin kurz vor Neujahr nachgelegt und aus Dokumenten aus den Archiven zitiert, aus denen hervorgeht, dass die polnische Vorkriegsregierung mit Hitlers Plänen, die Juden aus Europa nach Afrika zu vertreiben, so sehr sympathisiert hat, dass der polnische Botschafter in Berlin Hitler dafür sogar ein großes Denkmal in Warschau versprochen hat.

Am 27. Januar, dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, ist der offizielle Holocaust-Gedenktag und in Israel treffen sich zum Gedenken die Staats- und Regierungsschefs aus über 30 Ländern. Aber ausgerechnet der polnische Präsident hat seine Teilnahme abgesagt. Das ist aus zwei Gründen brisant, denn erstens lag Auschwitz in Polen und zweitens ist das Wasser auf die Mühlen derer, die Polen Antisemitismus vorwerfen.

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat seine Absage mit der Anwesenheit des russischen Präsidenten Wladimir Putin begründet, wie die polnische Gazeta Wyborcza schreibt. Die Erklärung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass der polnische Botschafter in Deutschland Jozef Lipski Hitler ein Denkmal in Warschau setzen wolle, wenn Hitler die Juden aus Europa nach Afrika vertreiben würde, löste in Polen extreme Empörung aus. Sogar der russische Botschafter in Warschau wurde ins polnische Außenministerium einberufen.

Laut der polnischen Zeitung sei ein weiteres Problem, dass die „Feierlichkeiten in Israel unter Beteiligung des israelischen Außenministers Katz organisiert werden“. Katz hatte früher erklärt, die Polen hätten „Antisemitismus mit der Muttermilch aufgesogen“.

Für die polnische Regierung sind solche Äußerungen ein Affront, denn sie zementieren ihre Rolle als Opfer des Krieges und wollen aus der Geschichte tilgen,

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