The Wolff of Wall Street: Marktwirtschaft | KenFM.de

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10-01-20 08:39:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Marktwirtschaft“.

Unter dem Begriff Marktwirtschaft wird heute meist die Marktwirtschaft unserer Zeit, also die kapitalistische Marktwirtschaft, verstanden. Tatsächlich aber sind Märkte und Handel, die zusammen die Marktwirtschaft ausmachen, bereits mehrere tausend Jahre alt.

Unsere Vorfahren haben ja in grauer Vorzeit als Nomaden vom Sammeln und von der Jagd gelebt, sind dann nach und nach sesshaft geworden, haben einzelne Dorfgemeinschaften gebildet und anschließend begonnen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.

Da sie mit der Zeit mehr produzieren konnten als sie selbst benötigten, haben sie irgendwann begonnen zu tauschen. Und weil sich ihr Lebensstandard durch diesen Tausch verbesserte, haben sie von da an nicht mehr nur für den Eigenbedarf, sondern auch ganz gezielt für den Tausch produziert.

Auf diese Weise entstanden die ersten Märkte, dann der erste Handel und später das erste Geld. Die Grundzüge dieser frühen Marktwirtschaft haben sich bis in unsere Zeit erhalten, aber ihre Mechanismen haben sich im Verlauf der Geschichte gewaltig verändert.

Den größten Schub und die größte Veränderung hat die Marktwirtschaft durch die Industrialisierung erfahren, die in Europa in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einsetzte und mit der Entstehung der Nationalstaaten und der Einführung nationaler Währungen einherging.

Die Industrialisierung führte zur kapitalistischen Produktionsweise, in der Geld, das in die Produktion floss, zu Kapital wurde und fortan eines forderte: Wachstum – und zwar unbegrenztes Wachstum. Das aber brachte Probleme mit sich: Da die Warenproduktion immer größere Ausmaße annahm und ständig neue Rohstoffe und neue Absatzmärkte gebraucht wurden, stieß die Marktwirtschaft schon bald an die neu geschaffenen nationalen Grenzen.

Das Ergebnis dieses Konflikts war der Kolonialismus. Um weiter zu wachsen, wurden Länder erobert, deren Rohstoffe geplündert und deren Einwohner zu billigen Arbeitskräften und zu Konsumenten gemacht.

Aber auch der Kolonialismus stieß an seine Grenzen,

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