Merkel zu Besuch bei Putin – Was sind die Ergebnisse? | Anti-Spiegel

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11-01-20 09:01:00,

Bundeskanzlerin Merkel war am Samstag auf Arbeitsbesuch bei Präsident Putin in Moskau. Die Gespräche dauerten wesentlich länger, als geplant, über die Ergebnisse wurde jedoch fast nichts bekannt. Interessant war die gemeinsame Pressekonferenz ausgerechnet wegen einer Antwort von Merkel.

Die Liste der Themen, die bei dem Treffen auf der Tagesordnung standen, war lang. Es ging natürlich um den Iran, es ging um Libyen und um Syrien, während die Ukraine aufgrund der aktuellen Entwicklungen wohl nur eine Nebenrolle gespielt hat. Es gab auch noch deutsch-russische Themen wie Nord Stream 2 und vielleicht ging es auch den Tiergartenmord.

Das Treffen dauerte wesentlich länger, als erwartet. Es begann um 14.30 Uhr Moskauer Zeit und erst nach 18 Uhr traten die beiden vor die Presse.

Die Pressekonferenz war erstaunlich nichtssagend (sie ist am Ende des Artikels mit Übersetzung verlinkt). Journalisten aus beiden Ländern durften je zwei Fragen stellen, es waren also nur vier Fragen zugelassen. Das ist bei solchen Pressekonferenzen aber ganz normal.

In der Pressekonferenz war die Rede von „scharfen“ Gesprächen gewesen, also von kontroversen Gesprächen, aber Putin und Merkel haben dann bei der Pressekonferenz erstaunlich viel Einigkeit gezeigt. Es war fast schon auffällig, dass sie bei all der Einigkeit immer wieder extra darauf hinweisen musste, dass es auch Uneinigkeit zwischen ihnen gibt. Obwohl in der Sache nicht viel gesagt wurde — auch Putin blieb weitgehend bei bekannten Standard-Antworten und Merkel nutzte ihr übliches Arsenal an Worthülsen — war das ein ganz anderes Bild, als früher. Auf dem Höhepunkt der Ukraine-Krise zum Beispiel hatte Merkel Russland bei so einer Gelegenheit noch offen „Verbrechen“ im Zusammenhang mit der Krim vorgeworfen, während Putin neben ihr stand.

Interessant war eine Frage, die dann von RTL an Merkel gestellt wurde. Die Journalistin bezog sich auf die vielen genannten Gemeinsamkeiten und fragte Merkel, ob man sich in Zukunft einstellen müsse, „dass wir Kooperationen zwischen Russland und der EU sehen werden, in einigen Fragen dann unter Umständen auch gegen die USA“.

Merkels Antwort war sehr bemerkenswert. Sie antwortete — wie immer — mit ihren Worthülsen und räumte gemeinsame Interessen mit Russland ein. Interessant war aber, was sie nicht gesagt hat: Das Wort „nein“ fehlte. Sie hat also auf die direkte Frage,

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