“Wir sind Opfer eines kollektiven Versuchs, das Land zu verderben”

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13-01-20 09:04:00,

IM Winter sind die Überfahrten gefährlicher. Bild: W. Aswestopoulos

Griechische Politiker zu den Tragödien mit Flüchtlingsbooten

Anders als in den vergangenen Jahren, versuchen in diesjährigen Winter Flüchtlinge und Immigranten auch bei schlechten, winterlichen Verhältnissen mit einem Boot nach Griechenland zu kommen, oder dieses in Richtung der übrigen Europäischen Union per Boot zu verlassen. Dies fordert zunehmend Todesopfer. 2019 kamen 74.348 Menschen als Flüchtlinge oder Migranten ins Land, davon 59.457 über den Seeweg. 2018 waren es insgesamt 32.494. Ziel der Regierung in Athen sind bis zum Jahresende 10.000 Abschiebungen in die Türkei.

Bootsunglück im Ionischen Meer

Am Samstagmorgen kam es dreizehn Seemeilen südwestlich der Inselgruppe Paxi im Ionischen Meer zu einem Unglück. Ein Boot kenterte. Insgesamt 21 Personen, zwanzig Männer und eine Frau, konnten gerettet werden. Rettungsteams fanden bislang zehn ertrunkene Männer und zwei ertrunkene Frauen. Die Zahl der Insassen des Bootes wird gemäß den Angaben der Geretteten mit bis zu 50 angegeben. Die Suche nach den Vermissten aus der Luft wurde mit Einbruch der Dunkelheit beendet. Weiterhin sind Boote der Küstenwache unterwegs, um eventuell Überlebende, sowie Ertrunkene zu finden.

Vor Ort befinden sich Patrouillenboote der Küstenwache, sowie vier weitere in die Rettung eingebundenen privaten Schiffe. Bei der Suche aus der Luft waren zwei Helikopter der Luftwaffe, sowie ein Hubschrauber der Küstenwache im Einsatz. Die Überlebenden wurden in die Stadt Preveza auf dem Festland verbracht. Über Nationalitäten und weitere Details wurde bislang bis auf die Altersangabe von zwei der geretteten Männer, “zwischen 40 und 50 Jahre alt”, sowie der Frau, “zwischen 20 und 25 Jahre alt”, nichts bekannt. 24 Stunden nach dem Unglück gaben die Retter die Hoffnung auf die Auffindung weitere Überlebender auf.

Wirtschaftsminister Georgiadis schürt Angst vor Überfremdung

In einer ersten Reaktion, noch während der Rettung der ersten Überlebenden und der Auffindung der ersten Opfer, äußerte sich der griechische Wirtschaftsminister Adonis Georgiadis abfällig über die Schiffbrüchigen. Er betonte in einer Live-Fernsehsendung des Privatsenders ANT1: “Stellen Sie sich vor, wie gut vorbereitet die waren, sie wussten, als sie in Gefahr waren, dass sie die 112 anrufen müssen(Notfallnummer, die kürzlich eingerichtet wurde). Wir sind Opfer eines kollektiven Versuchs, das Land zu verderben. Aber die Regierung wird sich dagegenstellen.”

Die anwesende frühere Ministerin und Abgeordnete von SYRIZA,

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