Ganz Mensch werden

ganz-mensch-werden

14-01-20 10:57:00,

In sehr deutlichen und allgemeinverständlichen Worten versuchen Autoren und Wissenschaftler an vielen Orten der Welt, den überlebenswichtigen, gesellschaftlichen Wandel in unseren Gesellschaften voranzutreiben und mitzugestalten. Ihre Worte klingen wissenschaftlich, informativ, überzeugend und eindringlich warnend. Sie übermitteln dabei unterschwellig jenes Gefühl, von dem wir ohnehin bereits mehr als genug haben in unserer Gesellschaft: Angst. Was also tun?

Wenn wir uns der Angst nicht entziehen können, flüchten wir in der Regel. Wenn möglich im Außen, notfalls im Innern. Im Innern äußert sich dies in Verdrängungstechniken. Das ist verständlich, weil menschlich. Denn neben der Grundangst um unsere Existenz müssen wir uns nun auch noch eine noch größere Angst aufladen: Die Angst um das Fortbestehen unserer Spezies. Dies scheint zu viel zu sein für das einzelne Gehirn und die einzelne Psyche.

Auch die zweite Möglichkeit, auf Angst zu reagieren, ist nicht gesund und macht nicht glücklich. Es ist die Möglichkeit des äußeren Angriffs. Diese wählen jene, die wissenschaftliche Fakten und Aufrufe von den besorgten Mutigen infrage stellen, ignorieren, vielfältig denunzieren oder mit anderen Methoden angreifen.

Was tun also mit dieser Angst? Wie mit ihr umgehen, um nicht aggressiv, depressiv, wahnsinnig oder körperlich krank zu werden und damit handlungsunfähig?

Ja, verändern wollen wir eine Menge — müssen wir wohl — und inzwischen eher schnell als langsam, wenn wir überleben wollen. Wir können auch nicht mehr warten, bis unsere Kinder erwachsen sind und das tun, was wir, während wir im Hamsterrad unseres Lebens stecken, grundlegend verschlafen.

Ach ja, wir schlafen ja nicht immer! Ab und zu, vielleicht am Frühstückstisch oder bei der Fahrt von der existenz-notwendigen Erwerbstätigkeit nach Hause, fragen wir uns gelegentlich und immer häufiger:

Was kann ich tun? Und wo anfangen? Warum überhaupt ich? Können nicht erst die anderen…? Andererseits … Vielleicht mal den Fernseher ausschalten? Freitags mit den Kindern demonstrieren gehen? Zivilen Ungehorsam in unserer Funktionsgesellschaft wagen? Sozial anecken? Ausgegrenzt werden? Den sinnlosen Job wechseln? Und dann …?

So weit so gut. Über den äußeren Weg scheinen wir derzeit noch nicht ganz einig, oder? Er erscheint uns zu komplex, und auch er ist angstbesetzt. Die Hemmschwelle in jedem Einzelnen von uns, in dieser Minute den Schalter im Handeln umzulegen und sichtbar zu werden, ist enorm.

Nur wenige Menschen in unserem Kulturkreis wissen,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: