An der Frontlinie in Lugansk – Telepolis berichtet aus dem Donbass

an-der-frontlinie-in-lugansk-–-telepolis-berichtet-aus-dem-donbass

09-02-20 09:19:00,

Die Menschen in Perwomajsk haben sich an den Geschützdonner gewöhnt – Auf dem Haus steht das Wort – Menschen – als Hinweis, dass Menschen im Keller sind. Bild: Ulrich Heyden (2020)

An der Trennlinie zwischen der Ukraine und den international nicht anerkannten Volksrepubliken gibt es seit Wochen vermehrt Beschießungen. Am Freitag starben vier Soldaten der Volksrepublik Lugansk.

Das Wetter in der “Volksrepublik Lugansk” ist wechselhaft, so wechselhaft wie der Beschuss durch die ukrainische Armee. Mal fegte ein nasskalter Wind über die Steppe, mal scheint die Sonne und lässt das Weiß der dünnen Schneeschicht auf den Feldern strahlen. Mal herrscht an der Trennlinie zwischen der Zentralukraine und der “Volksrepublik Lugansk” Ruhe, dann wummern plötzlich wieder Artilleriegeschütze.

Beim Treffen im Normandie-Format in Paris Anfang Dezember hatte man sich auf einen Waffenstillstand geeinigt. Doch dieser Waffenstillstand wird ständig verletzt. Die Beschießungen an der Trennlinie nehmen seit Wochen zu. Die OSZE stellt in ihrem am 1. Februar 2020 veröffentlichten Bericht fest, die Verletzungen des Waffenstillstands in der Region Donezk hätten zugenommen, in der Region Lugansk dagegen abgenommen.

Fünf verletzte Zivilisten allein im Januar

Die “Volkspolizei Lugansk” meldet dagegen, allein im Januar seien fünf Zivilisten durch Beschuss der ukrainischen Armee verletzt worden.

Am Freitag teilte die “Volkspolizei Lugansk” den Tod von vier Soldaten der “Volkspolizei Lugansk” mit. Sie seien von der 93. Brigade der ukrainischen Streitkräfte mit 122-Millimeter-Geschützen nahe dem Dorf Solotoje-5 getötet worden. Vier “Schützer der Volksrepublik” seien verletzt worden.

Der Leiter der international nicht anerkannten “Volksrepublik Lugansk”, Leonid Pasetschnik, erklärte, “die Verantwortung für den Tod der Bürger der Republik (Lugansk, Anm. U.H.) trägt der Oberkommandierende der ukrainischen Armee Wladimir Selenski”. Obwohl Selenski sich für eine friedliche Lösung ausspreche, bleibe die Situation an der Trennlinie “äußerst angespannt”.

Der Leiter der “Volkspolizei Lugansk”, Jakow Osadschi, sagte am Freitag, dass eine Einheit für Luftabwehr der “Volkspolizei” eine Drohne der Ukraine abgeschossen habe. Die Drohne sei von einer Einheit der 44. Artillerie-Brigade der Ukraine gesteuert worden und habe die Aufgabe gehabt, die Beschießungen der ukrainischen Artillerie auf das Dorf Solotoje-5 zu korrigieren.

Seit Anfang des Jahres habe die “Volkspolizei Lugansk” fünf ukrainische Drohnen abgeschossen, “welche versuchten die Trennlinie zu überfliegen”, erklärte Osadschi.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: