Tagesdosis 10.2.2020 – Corona-Virus: Schwarzer Schwan fürs globale Finanzsystem? | KenFM.de

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10-02-20 12:23:00,

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Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Während die chinesische Führung mit allen Mitteln versucht, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen und den Eindruck zu erwecken, sie habe die Epidemie im eigenen Land im Griff, greifen ihr globale Gesundheitsorganisationen wie die WHO, unterstützt von Politik und Medien, bereitwillig unter die Arme: Sie behaupten fast einstimmig, die Kommunistische Partei Chinas handle der Situation angemessen und es gebe keinen Anlass zur Sorge.

Wichtige Schützenhilfe hat diese Allianz der Beschwichtiger und Beschöniger in der vergangenen Woche durch die Zentralbanken erhalten: Sie haben dafür gesorgt, dass die Aktienkurse an den Börsen der Welt, die eigentlich hätten einbrechen müssen, in die Höhe schnellten. Auf diese Weise entstand der Eindruck, zumindest wirtschaftlich sei zurzeit alles in bester Ordnung. 

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Die Weltwirtschaft befindet sich in einem äußerst kritischen Zustand und dieser wird sich auf Grund des historisch einmaligen Stillstands der chinesischen Industrie in den vor uns liegenden Wochen und Monaten dramatisch verschlechtern, und zwar aus folgenden Gründen:

Der stärkste Kurseinbruch an den internationalen Börsen seit 70 Jahren im Dezember 2018 hat dazu geführt, dass die Zentralbanken den Versuch aufgegeben haben, ihre lockere Geldpolitik wieder zu straffen. Seit Anfang 2019 haben wir es mit einer neuen Flut billigen Geldes zu tun, die in den letzten vier Monaten des Jahres erheblich zugenommen hat. 

Diese Geldschwemme hat zu einem weiteren Anstieg der globalen Verschuldung und einem weiteren Aufblähen der Blasen an den Finanzmärkten geführt, die Risiken im System also erhöht. Gleichzeitig hat in vielen Ländern eine Rezession, also ein anhaltender Rückgang des Wirtschaftswachstums, eingesetzt, der sich derzeit immer stärker bemerkbar macht. 

Da die Investoren in den vergangenen Jahren gelernt haben, dass es lukrativer ist, mit dem billigen Geld im Finanzsektor zu spekulieren als es in die Realwirtschaft zu stecken, stehen die Zentralbanken jetzt vor einem unlösbaren Problem: Sie können noch so viel Geld drucken und es zu noch so niedrigen Zinsen vergeben, der gewünschte Effekt – nämlich ein Durchstarten der Realwirtschaft – wird ausbleiben.

Das wiederum wird für die arbeitende Bevölkerung schlimme Folgen haben: Die durch das Corona-Virus zu erwartenden Einbrüche in der Realwirtschaft werden zusammen mit der Rezession länderübergreifend zu Kurzarbeit und Massenentlassungen führen,

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