Gesichtserkennung – Sieben bizarre Blicke in die Glaskugel

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12-02-20 08:44:00,

Nie mehr anonym: 2020 könnte als das Jahr in die Geschichte eingehen, in der automatisierte Gesichtserkennung in Europa zum Alltag wird. Behörden und Firmen überall in Europa testen solche Technologien.

Die EU-Kommission legt nächste Woche ihren Masterplan für Künstliche Intelligenz vor, das heiße Thema eines möglichen Verbotes von Gesichtserkennung in der Öffentlichkeit dürfte sie dabei eher umschiffen.

Ohne staatliche Verbote könnte Gesichtserkennung bald allgegenwärtig sein. Als Einstimmung darauf haben wir einige bizarre und bedenkliche Beispiele aus ihrem Einsatz rund um die Welt gesammelt.

Klassenaufsicht

Wenn die Kamera nach Schulschwänzern späht: Eine Schule in Skellefteå im Norden Schwedens kontrollierte die Anwesenheit von 22 Schülerinnen und Schülern in einem Pilotprojekt drei Wochen lang mit Gesichtsscannern. Damit verlieren die Jugendlichen selbst in der Schule einen Raum, um sich unerkannt und unregistriert zu bewegen.

Das Städtchen SkellefteåDas Städtchen Skellefteå in Nordschweden CC0 Perlindgren

Einen unmäßigen Eingriff in die Privatsphäre fand das die schwedische Datenschutzbehörde. Die Jugendlichen hätten den automatisierten Kontrollen zwar zugestimmt, die Einwilligung sei aber wegen des Machtgefälles zwischen ihnen und der Schulverwaltung ungültig. Die Behörde stoppte das Projekt, die Kommune muss 20.000 Euro Strafe zahlen. In Frankreich verbot die Datenschutzbehörde einen Testlauf von vornherein.

Lächeldetektor

Die polnische Bank PKO Bank Polski möchte ihr Schalterpersonal zu guter Laune erziehen. Dafür setzt Polens größte Bank auf die Technologie eines Startups, die sie gerade in ihren Filialen testet. Die Geräte sollen durch Gesichtsscans verraten, ob die Angestellten auch genug lächeln. Tun sie es, geht ein kleiner Geldbetrag an einen wohltätigen Zweck, verrät die Bank in ihren PR-Materialien. Unklar ist, ob die Technologie zwischen einem echten und einem erzwungenen Lächeln unterscheiden kann.

Eine Box, die einen zum Lächeln bringtEin Reddit-Nutzer postete ein Bild eines Testgerätes Alle Rechte vorbehalten u/hesusplace
Meerlaus-Falle

Meist wird an Tieren getestet, was erst später bei Menschen eingesetzt wird – bei Gesichtserkennung ist es andersrum. Ein norwegischer Konzern möchte die Technologie in seinen High-Tech-Fischfarmen einsetzen. Sie soll erkennen, ob die Lachse vom Parasiten Caligidae befallen ist, auch bekannt als Meerlaus. Allerdings werde die Technologie erst in einigen Jahren marktreif sein, sagt die norwegische Firma. Für Fische reicht es offenbar noch nicht.

Offene rechtliche Fragen und hohe Fehlerraten tun allerdings bisher wenig,

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