Bauern-Milliarde: Landwirtschaft ist kein Monopoly

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14-02-20 03:08:00,

Bauern-Milliarde: Landwirtschaft ist kein Monopoly

von Gertraud Angerpointner / Bio-Bäuerin, Vors. der AbL Bayern

Wer glaubt, man könne jetzt mit einer Milliarde mal schnell Grundwasser retten und Bauern beruhigen, der hat noch immer nicht kapiert, was in der bayerischen, deutschen und europäischen Agrarpolitik schiefläuft. Eine Agrarpolitik, die Jahrzehnte lang die Bauern auf den Weltmarkt zwingt und mit hohem Input zu erzeugten Höchsterträgen und -leistungen ausbildet, rächt sich jetzt. Alles was diese Entwicklung stoppen könnte, ist eine Umkehr.

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Aber ein Weiter so, sicher auch um der Agrarindustrie und den vor- und nachgelagerten Branchen nicht zu schaden, wird die Situation nur noch weiter verschärfen. Wenn auch bisher noch nicht endgültig geklärt ist, wofür diese „Bauern-Milliarde“ – der Name an sich ist schon eine Frechheit – verwendet werden soll, so ist doch davon auszugehen, dass in erster Linie Güllelager, Gülletransport, Güllefässer, Gülleseparierung und evtl. ein paar Agrarumweltmaßnahmen gefördert werden.

Um diesen Irrsinn zu verstehen, muss man ein bisschen ins Detail gehen: Die Düngeverordnung von 2017 soll ein Instrument sein, um die Nitratwerte im Grundwasser und die Amoniak-Ausgasungen aus der Landwirtschaft zu reduzieren. Sollten die Maßnahmen nicht wirksam sein, drohen Deutschland Strafzahlungen an Brüssel von 800.000 € täglich. [Wegen Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie drohen ihr hohe Strafzahlungen von bis zu 857.000 Euro am Tag.; H.S.]. Nun ist es schon sehr erstaunlich, dass erst dieser Druck aus Brüssel notwendig war, dass die Politik in Deutschland den Handlungsbedarf überhaupt erkannte.

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► Zur Düngeverordnung

Anhand eines gelben Heftes, in dem die Bedarfsmengen für die einzelnen Feldfrüchte aufgeführt sind, muss nun jeder Bauer eine Düngebedarfsermittlung erstellen – natürlich abhängig vom Ertrag, den er aber zur Zeit der Düngung noch gar nicht wissen kann, weil die Ernte ja bekanntlich nicht nur von der Düngung, sondern viel mehr noch vom Wetter abhängt. Hier schon die erste Fehlerquelle.

Darüber hinaus hat die Wissenschaft schon lange bemängelt, dass der angegebene Bedarf viel zu hoch ist. Prof. Dr. Friedhelm Taube von der Carl-Albrechts-Universität in Kiel hat errechnet, dass pro Hektar und Jahr ca. 100 Kg Stickstoff (der sich dann zu Nitrat umwandelt) zu viel ausgebracht werden. Und eine Studie des “Verbandes der landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten e. V.” (VDLUFA) ist in 15-jährigen Feldversuchen zu dem Ergebnis gekommen,

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