Stimmungsmache gegen Whistleblower

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21-02-20 06:05:00,

Assange kämpft gegen die Auslieferung an die Vereinigten Staaten, wo er nach einem Antispionagegesetz aus dem Jahr 1917 angeklagt ist. Ihm droht in den USA eine lebenslange Haftstrafe oder sogar die Todesstrafe. Die Anhörung im Auslieferungsverfahren wird am 24. Februar 2020 vor dem Woolwich Crown Court in London stattfinden.

Möglich wurde die skandalöse Strafverfolgung eines kritischen Journalisten, von der Medien und Öffentlichkeit hierzulande kaum Notiz nehmen, durch eine breite Kampagne gegen WikiLeaks und Assange. Die millionenfach in unseren Medien wiederholte Falschbeschuldigung vom „Vergewaltigungsverdacht“ gegen Julian Assange hat sich als perfide Lüge herausgestellt, basierend auf gefälschten Beweisen. Diese Fakten werden abgewiegelt oder verschwiegen. Doch dies ist nicht die einzige Propagandamethode gegen WikiLeaks. Auch vermeintlich nur auf Unterhaltung zielende Produktionen wie Tatort oder hier West of Liberty machten Stimmung gegen Assange.

Offensichtlich spekuliert der Film darauf, mit dem Namen „HydraLeaks“ diffamierend an WikiLeaks zu erinnern. HydraLeaks-Boss ist ein „Lucien Gell“: „Lucien“ klingt wie Julian und der Name „Gell“ singt wie eine Nachtigall, denn gellen bedeutet singen. Und wessen Lied singt hier das ZDF? Die USA werfen Assange vor „gesungen“ zu haben, als er ihre Kriegsverbrechen öffentlich machte. US-Gerichte wollen den australischen Journalisten jetzt wegen „Geheimnisverrats“ anklagen. Dem Mann, der unter anderem auch die Bestialitäten des US-Folterlagers Guantanamo aufdeckte, droht damit lebenslange Folterhaft. Setzt sich der ZDF-Film damit auseinander? Nein. Er macht Propaganda wie von den Folterknechten bestellt: Die Whistleblower-Figur Lucien Gell wird im Film als boshafte Karikatur von Julian Assange inszeniert.

Die platte, aber verworrene Filmhandlung steckt von Anfang an Freund-Feind-Bilder ab: In Marrakesch werden vier Menschen ermordet, drei davon US-Amerikaner. Faye Morris, Ex-Beraterin der fiktiven Plattform HydraLeaks, ruft die Berliner US-Botschaft an und teilt mit, etwas über die Hintergründe des Mordanschlags zu wissen. Berlins CIA-Chef Barner heuert einen Ex-Kollegen an, um Miss Morris abzugreifen.

Der strahlende Held des Films ist der ehemalige CIA-Stasi-Doppelagent Ludwig Licht, dargestellt von Wotan Wilke Möhring, nun Berliner Barbesitzer und seinen alten CIA-Freunden treu ergeben. Der herunter gekommene Agent soll die schöne junge Faye Morris, dargestellt von Michelle Meadows, vor dem skrupellosen Gründer von HydraLeaks beschützen: Lucien Gell, dargestellt von Lars Eidinger, macht krumme Geschäfte, trachtet seiner abtrünnigen Genossin nach dem Leben und sitzt fest in einer Botschaft: Aber nicht der ecuadorianischen — wie Julian Assange, sondern in der Syriens in Berlin.

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