US-Wirtschaft: Frachtaufkommen sinkt im Januar um 9,4% – Stärkster Einbruch seit 2009 | www.konjunktion.info

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25-02-20 11:02:00,

Lastkraftwagen - Bildquelle: Pixabay / rgaudet17; Pixabay LicenseLastkraftwagen - Bildquelle: Pixabay / rgaudet17; Pixabay License

Lastkraftwagen – Bildquelle: Pixabay / rgaudet17; Pixabay License

Im Januar 2020 ist das Frachtaufkommen in den USA (LKW, Bahn, Flugzeug und Schiff) im Vergleich zum Vorjahreswert des Januars um 9,4% gefallen. Der Cass Freight Index for Shipment weist 14 Monate in Folge einen schlechteren Wert als im Vergleichsmonat des Vorjahres auf. Der Januar ist dabei der Monat mit dem stärksten Abfall seit der Finanzkrise von 2007:

US-Cass Freight Index Shipments 1 - Bildquelle: www.wolfstreet.comUS-Cass Freight Index Shipments 1 - Bildquelle: www.wolfstreet.com

US-Cass Freight Index Shipments 1 – Bildquelle: http://www.wolfstreet.com

Der Cass Freight Index fasst alle Konsumgüter und Industrieprodukte zusammen, die auf verschiedenen Transportwegen (siehe oben) durch die USA verbracht werden. Er beinhaltet aber nicht die sogenannten “bulk commodities (Massen-/Schüttgüter)” wie Kohle oder Getreide. Als der Index im Dezember um 7,4% – der stärkste Einbruch seit November 2009 – fiel, machten Analysten noch die Weihnachtsfeiertage als Verursacher aus. Dass der Januar sich jetzt sogar noch schlechter entwickelt hat, dürfte für neue “faule Ausreden” sorgen, denn Weihnachten ist schließlich jedes Jahr.

Im Dezember schloss die Celadon Group als eines der größten LKW-Frachtunternehmen der USA seine Tore. 3.000 Fahrer und 2.700 Fahrzeuge wurden in Folge der größten Insolvenz eines Frachtunternehmens in den USA auf die Straße gesetzt. Im Januar meldete dann American Commercial Lines, mit 3.500 LKWs einer der größten Schüttguttransporteure, erste Probleme an. Während im Januar noch eine Einigung mit den Gläubigern erzielt werden konnte, musste die Firma Anfang Februar ankündigen, dass man einen Insolvenzantrag stellen muss.

Ebenfalls im Januar gaben zwei der größten US-Bahnunternehmen – CSX und Union Pacific – schwere Gewinneinbrüche und massive Entlassungen aufgrund einer “breit angelegten Schwäche im Transportgeschäft” bekannt. Das Frachtaufkommen auf der Schiene fiel im Januarvergleich um 5,9% (Güterwagoons) bzw. 5,4% (Container und LKW-Anhänger). Laut der Association of American Railroads “spiegelt dies die anhaltende Schwäche des verarbeitenden Gewerbes und die durch Handelsunsicherheiten verschlimmerte weltwirtschaftliche Schwäche wider (reflecting continued softness in manufacturing and global economic weakness made worse by trade uncertainties)”.

Der Einbruch des Cass Freight Index for Shipment um 9,4% im Januar drückte ihn unter das Niveau des Januar 2018 und nahe das Niveaus von Januar 2017. Das nachfolgende Diagramm zeigt die große Saisonalität des Frachtgeschäfts.

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