Wie das russische Fernsehen über die Lage an der griechisch-türkischen Grenze berichtet | Anti-Spiegel

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09-03-20 10:02:00,

Es läuft ein Propaganda-Krieg zwischen Griechenland und der Türkei. Was wirklich an der Grenze passiert, ist kaum sicher festzustellen, da die Berichte sich stark unterscheiden. Daher möchte ich auch zeigen, wie in Russland über die neue Flüchtlingskrise berichtet wird.

Die Situation an der griechisch-türkischen Grenze ist chaotisch. Damit die von Erdogan an die Grenze geschickten Flüchtlinge nicht umdrehen und in die Türkei zurückkehren, hat die Türkei selbst 1.000 Mann einer Spezialeinheit an die Grenze geschickt, um ihre Rückkehr zu verhindern.

Aber auch Griechenland greift zu harten Maßnahmen. Nachdem Griechenland das Asylrecht kurzerhand außer Kraft gesetzt hat, wurde angekündigt, jeden Migranten, der nach dem 1. März eingereist ist, abzuschieben. Außerdem will Griechenland die Asylverfahren beschleunigen und gleichzeitig allen, die Asyl bekommen haben keinerlei Unterstützung mehr bezahlen.

Obwohl diese Maßnahmen über alles hinausgehen, was die Kritiker der „Willkommenskultur“ 2015 gefordert haben, gibt es heute keinerlei Kritik von Politik und Medien an dem griechischen Vorgehen. Das ist vor allem deshalb interessant, weil man 2015 für wesentlich weniger drastische Forderungen als „Nazi“ bezeichnet werden konnte. Über die Frage, wie es sein kann, dass das, was 2015 „Nazi“ war, heute von niemandem kritisiert wird, habe ich hier eine Einschätzung geschrieben.

Die deutschen Medienberichte sind allgemein bekannt. Daher habe ich den Bericht des russischen Fernsehens aus der Sendung „Nachrichten der Woche“ vom Donnerstag übersetzt. Der „neutrale“ Blick von außen auf die Geschehnisse ist durchaus interessant. Übrigens dürfte der Beitrag des russischen Fernsehens mit meiner Übersetzung auch ohne Russischkenntnisse verständlich sein. Und die Bilder sprechen auch eine deutliche Sprache.

Beginn der Übersetzung:

An der türkisch-griechischen Grenze herrscht Chaos. Ende Februar kündigte die Türkei gegenüber der Europäischen Union an, Flüchtlinge nicht mehr zurückzuhalten und öffnete die Grenze. Zehntausende Menschen strömten nach Griechenland, überquerten den Fluss, den Stacheldraht und andere Grenzbarrieren.

So eine Woche haben die Griechen in den letzten viereinhalb Jahren nicht mehr erlebt. Erdogan musste nur sagen, die Grenze sei offen, und schon verwandelte sich der Grenzübergang Castaene-Edirne in ein Schlachtfeld mit 13.000 Flüchtlingen gegen 2.000 griechische Grenzschutzbeamten.

Die Polizisten stehen mit Helmen, Schilden und Gasmasken in einer Reihe.

Janis Karagejis lebt seit 86 Jahren hier am Rande Europas. Er kennt seine Nachbarn seit vier Generationen und will keine neuen haben.

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