“Die Kinder müssen wissen, was Krieg bedeutet und warum Krieg schlecht ist”

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14-03-20 08:32:00,

Ein Schüler der Schule Nr 13 trägt ein Gedicht in ukrainischer Sprache vor. Bild Ulrich Heyden

Besuch einer Schule in der “Volksrepublik Lugansk”, Ukrainisch sei “keine Sprache des Feindes”, erklärt die stellvertretende Leiterin – Telepolis berichtet aus dem Donbass, Teil 4

Zu den Orten, die ich in Lugansk besuchte, gehörten auch ein Park für Kinder und eine Schule. Der Park heißt Schors-Park. Im Juli 2014 schlugen in dem Rasen des Parks ukrainische Geschosse ein.

Seit Juni 2017 steht in diesem Park ein Denkmal für im Krieg getötete Kinder. Man sieht stilisierte weiße Engel, die in den Himmel zu fliegen scheinen. So ein Denkmal habe ich noch nie gesehen und ich bleibe ungläubig davor stehen.

Was ist falsch, was ist richtig?

Mein Begleiter vom Lugansker Außenministerium erklärt, dass zu diesem Denkmal auch Schulklassen kommen. Ich frage, ob denn für Kinder so ein Denkmal nicht zu schrecklich ist? Die Antwort lautet: “Die Kinder müssen wissen, was Krieg bedeutet und warum Krieg schlecht ist.”

So richtig überzeugt mich die Antwort nicht. Ich bin in Deutschland aufgewachsen und habe gelernt, dass Kinder vom Krieg ferngehalten werden müssen. Jetzt aber bin ich in Lugansk und erlebe, dass Krieg hier etwas Alltägliches ist, und das schon seit sechs Jahren. Was ist nun richtig und was falsch?

Besuch einer Schule in der “Volksrepublik Lugansk” (9 Bilder)

Blick in den Luftschutzkeller der Schule Nr 13 in Lugansk. Bild Ulrich Heyden

Für Deutsche ungewöhnlich ist auch, dass der 1936 eingerichtete Park den Namen eines Revolutionärs trägt. Nikolai Schors war Offizier der zaristischen Armee. 1919, im russischen Bürgerkrieg, kämpfte er auf der Seite der Roten. In der Sowjetunion wurde Schors, der im Alter von 24 Jahren fiel, wegen seines Mutes verehrt.

Allmählich begreife ich. Revolution und Krieg sind im Gebiet Lugansk Teil der örtlichen Geschichte und gehörten immer zum Schulunterricht. Und heute sind die Kinder in der “Volksrepublik Lugansk” gezwungen, im Krieg zu überleben. Die Kinder lernen schnell. Sie wissen bei Beschießungen schon, von wo geschossen wird und welche Geschosse fliegen.

Schulleiterin: “Für die Kleinen ist es schrecklich”

Als ich die Schule Nr. 13 in der Altstadt von Lugansk besuche, frage ich die stellvertretende Schulleiterin Veronika Anatoljewna nach dem Denkmal im Schors-Park.

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