Indien: David schlägt Goliath

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25-03-20 09:38:00,

Apokalypse in Indien auch ohne Corona. Kolkatas Müllberg und die zerstörten Feuchtgebiete. Foto: Gilbert Kolonko

  1. Indien: David schlägt Goliath

  2. Der Shutdown: Komplizierte Sache


  3. Auf einer Seite lesen

Ein beinahe unbemerkter Sieg gegen Goliaths Wachstumswahn, der jedes Jahr mehr Menschen im Land umbringt als das Virus weltweit. Auch die Folgen der Gegenmaßnahmen könnten verheerender werden als Covid-19

Gestern hat sich Premierminister Modi in einer Ansprache an die Bevölkerung gewendet: Seit Mitternacht sind alle Menschen des Landes aufgefordert für 21 Tage zu Hause zu bleiben. Das wird internationale Anerkennung bringen. Es könnte aber ein böses Erwachen geben.

An Atemschutzmasken fehlt es in Indien nicht. Laut einer Studie von State of Global Air aus dem Jahr 2019 sterben 1,2 Millionen Inder im Jahr an den Folgen von Luftverschmutzung – andere Studien schreiben von bis zu 2,5 Millionen. Verdrecktes Trinkwasser soll jedes Jahr für 200.000 Todesopfer sorgen.

Dass in Indien neben Luft und Wasser auch die Nahrung vergiftet ist, weil viele Bauern gezwungen sind, das verschmutzte Wasser der Flüsse über ihre Felder zu schwemmen, weiß auch Wilfred d’Costa, der Vorsitzende des Indian Social Action Forum (INSAF), einem Dachverband von 700 NROs in Delhi.

David gegen Goliath

Seit 2013 wirft der indische Staat INSAF vor, die Entwicklung Indiens zu behindern: “Was heißt, dass wir auf die Folgen der katastrophalen Umweltzerstörungen hinweisen”, sagt d’Costa Anfang März in seinem kleinen Büro, das auch sein Schlafzimmer ist. 2013 wurde INSAF das erste Mal die Konten gesperrt.

Kurz darauf wurde die soziale Organisation vom High Court freigesprochen, was den Staat nicht davon abhielt, sofort wieder die Konten einzufrieren und INSAF zu verbieten, ausländische Spendengelder anzunehmen.

Im Jahr 2015 ging die Regierung genauso gegen Greenpeace Indien vor. Doch einzig INSAF wagte es, sich mit gerichtlichen Mitteln gegen Goliath zu wehren:

“Letzte Woche hat der Supreme Court unserer Klage Recht gegeben, dass wir ausländische Spendengelder annehmen dürfen. Dazu auch alle anderen Nicht-Regierungs-Organisationen (NROs) und soziale Bewegungen, die sich mit Hilfe von Protesten engagieren.”

Obwohl Costa weiß, dass der indische Staat sich nun anderes ausdenken wird,

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