Nach Corona anders zusammenleben! Wie? Was soll anders werden?

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25-03-20 02:43:00,

Zurzeit machen sich schon erstaunlich viele Menschen Gedanken darüber, was hierzulande anders werden soll, wenn wir die jetzige Pandemie und die getroffenen Einschränkungen unseres Zusammenlebens überwunden haben. Amtspersonen, die bis dahin mit dem Wort „Solidarität“ und mit dem Sozialstaat distanziert umgingen, bekennen sich dazu. Manche schwärmen von der in der Krise praktizierten Solidarität, vom gemeinsamen Singen und von der Hilfe für andere Menschen. Das soll hier nicht schlechtgemacht werden. Es soll allerdings die Frage gestellt werden, wie die jetzigen Lippenbekenntnisse einschließlich der guten Taten von heute dann künftig auch Wirklichkeit werden und bleiben. Was soll anders werden? Wie könnte eine solidarische Gesellschaft aussehen? Was muss dazu konkret geschehen? Der Beantwortung dieser Fragen wollen wir eine Serie widmen und daran auch NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser beteiligen. Siehe unten A. Albrecht Müller.

In mehreren Talkshows und Nachrichten-Sendungen ist die Vorstellung, dass wir nach Überwindung der jetzigen Pandemie anders, eben solidarischer zusammenleben sollten, propagiert worden. Auffällig deutlich hat das Olaf Scholz formuliert. Der Sozialstaat sei manchmal besser als sein Ruf, hat er in diesem Zeit-Interview gemeint. Andere äußerten sich ähnlich. Die wichtige Frage ist, wie lange diese Einsichten anhalten und ob sie die erwarteten positiven Folgen haben. Nach der Finanzkrise gab es ja immerhin auch die Einsicht, wir müssten die Spekulation eindämmen und die Finanzmärkte besser regulieren. Daraus wurde aber nicht sehr viel.

In jedem Fall scheint es heute wichtig zu sein, dass wir klar formulieren, was anders werden muss, wenn Solidarität und die Einsicht in die Qualität des Sozialstaats nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben und stattdessen Realität werden sollen.

In „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst“ gibt es mit Kapitel IV. 8. ein einschlägiges Kapitel über den in der deutschen Geschichte vollzogenen Wandel von sozialstaatlichen Ansätzen zur neoliberalen Philosophie und Praxis nach dem Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Dieses Kapitel wird hier unter C als Auszug abgebildet.

Vorsicht: Die Restauration ist mächtig und medial präsent

Wie wichtig es ist, darauf zu pochen und zu beharren, dass wir anders zusammenleben wollen, können Sie daran erkennen, wie die Gegenseite, die Restauration, schon mobil macht. Zum Beispiel Claus Kleber im Heute Journal gestern und vorgestern. Zum Beispiel hier im Berliner Tagesspiegel von heute:

Deutschland in der Coronakrise

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Der Reformkanzler und die Sparkanzlerin haben Deutschland solide gemacht.

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