Corona rettet Leben in Spanien

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26-04-20 09:48:00,

Tierquälerei in Spanien: Corona stoppt Corridas temporär.
© Caropat, Pixabay, CC

Tierquälerei in Spanien: Corona stoppt Corridas temporär.

Niklaus Ramseyer / 26. Apr 2020 –

Dank dem Corona-Virus können 1200 Kampfstiere in Spanien nicht öffentlich zu Tode gequält werden.

Corona stoppt Corrida: Das ist einer der erfreulichen Effekte der derzeitigen Viruskrise. Diese trifft – nebst den USA und Italien – ja auch Spanien besonders hart. Das Land auf der Iberischen Halbinsel beklagt bisher 21700 Corona-Tote. Die Regierung in Madrid hat massive Restriktionen bis hin zu Ausgangssperren verhängen müssen. Und trotz nun geplanten Lockerungen werden öffentliche Grossveranstaltungen noch lange unmöglich bleiben.

Gezinkter «Kampf» Mann gegen Tier

Auch die Corridas. So heissen auf Spanisch jene öffentlichen, blutigen Tierquälereien in grossen Arenen, die als «Stierkampf» bekannt sind, von ihren Promotoren neuerdings jedoch als «Kultur-Show» oder gar als «Kunst» bezeichnet und beschönigt werden. Aber auch der Begriff «Stierkampf» ist eigentlich falsch: Er suggeriert einen fairen Kampf zwischen Mann (Torero) und Tier (Tauro).

Tatsächlich jedoch hat der Stier keine Chance: Er wird aus einem dunklen Stall, in dem er tagelang eingepfercht war, ins grelle Sonnenlicht der Arena getrieben, dann wird er von den «Picadores» (zu Pferd), die ihm Spiesse mit Widerhaken in den Nacken schlagen, schon mal erheblich verletzt, der Torero hetzt dann die blutende Kreatur noch ein wenig herum, bevor er sie mit einem Degen absticht. Unter dem Applaus der abgestumpften Zuschauermassen wird der Kadaver dann mit Pferden weggeschleift. Dies, nachdem die Menschen dem so vorgeführten Tier zu ihrem Gaudi auch noch die Ohren und den Schwanz abgeschnitten haben.

Die Corrida-Saison würde jetzt gerade beginnen. Doch daraus wird dank Corona diesmal nichts. Im Fernsehen «Euronews» klagte Vitorino Martin, einer der Corrida-Promotoren: Für das Fleisch eines tiergerecht geschlachteten Kampfstiers bekomme er nur 600 Euro. Würde der prächtige Muni hingegen vor zehntausenden von zahlenden ZuschauerInnen öffentlich zu Tode gequält, brächte ihm dies mindestens 5000 Euro ein. Jetzt betteln Kampfstier-Züchter und Corrida-Veranstalter in Madrid um Entschädigungen für das ihnen entgangene, blutige Geschäft.

Es geht um Milliarden

Das verärgert die Tierschützer in Spanien. Statt für die Tierquälerei solle die Regierung die Steuergelder «lieber armen Familien geben», forderte eine von ihnen, Aida Gascon-Bosch, im Fernsehen. Die TierschützerInnen haben der Stadt Pamplona (in der die gepeinigten Tiere jeweils zum Spass primitiver TouristInnen noch durch die Gassen der Stadt gehetzt werden) nun mehrere 100’000 Euro Belohnung versprochen,

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