Weitere Manipulationen um „Giftgas-Angriff“ in Syrien: Falsch informiert oder bewusst gelogen?

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09-05-20 12:55:00,

Inspektoren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) haben Ungereimtheiten eines OVCW-Berichts zu Syrien öffentlich gemacht. Als Reaktion wurden Sie auch vom OVCW-Chef verleumdet. Neue Dokumente zeigen, dass er dabei nicht die Wahrheit gesagt hat. Von Karin Leukefeld.

Neue Dokumente aus dem Inneren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) belegen, dass Generaldirektor Fernando Arias hochqualifizierte Mitarbeiter verleumdet und dabei nicht die Wahrheit gesagt hat. Warum?

Es geht um den offiziellen OVCW-Abschlussbericht über einen angeblichen Chemieangriff in Douma, einem Vorort von Damaskus, Syrien im April 2018. Das ursprüngliche Untersuchungsteam war zu dem Eindruck gekommen, dass es sich vermutlich nicht um einen Chemiewaffenangriff gehandelt habe, es fehlten Beweise.

Daraufhin wurde das Douma-Team von der Arbeit abgezogen und ein „bearbeiteter“ vorläufiger Zwischenbericht wurde im Sommer 2018 veröffentlicht. Einwände des Douma-Teams – die entsprechend der OVCW-Arbeitsregeln nicht nur gehört, sondern auch im Bericht hätten erwähnt werden müssen – wurden nicht berücksichtigt und auch im Abschlussbericht im März 2019 ignoriert. Von der New York Times über die BBC bis zur Deutschen Presseagentur waren die Medien sich einig, dass bei dem Angriff auf Douma am 7. April 2018 Chlorgas eingesetzt worden war.

Im Mai 2019 wurde der ursprüngliche technische Bericht des Douma-Teams bekannt. Titel war: “Technische Bewertung von zwei Zylindern, die bei dem Douma-Vorfall beobachtet wurden – Zusammenfassung ”. Autor dieses Papiers war der aus Südafrika stammende Chemieingenieur und Ballistik-Experte Ian Henderson.

Henderson hatte in Douma zwei Zylinder untersucht, die – nach Augenzeugenberichten – mit chemischen Substanzen gefüllt gewesen und über zwei Häusern von der syrischen Luftwaffe abgeworfen worden sein sollen. Mehr als 40 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen und viele weitere verletzt worden sein. Henderson kam in seinem achtseitigen Papier in Punkt 33 zu dem Ergebnis, „dass es eine höhere Wahrscheinlichkeit gibt, dass beide Zylinder manuell an den beiden Orten platziert wurden, als dass sie von einem Flugzeug abgeworfen wurden.“

Im Oktober 2018 äußerte sich ein weiterer OVCW-Ingenieur „Alex“, der ebenfalls an der Douma-Mission beteiligt war. Er präsentierte eine Fülle von Details und Korrespondenzen, die nahelegten, dass der Bericht manipuliert worden war.

Seitdem sind zahlreiche Erklärungen, Briefe und interne OVCW-Korrespondenzen an die Öffentlichkeit gelangt, die die Darstellungen bekräftigten, Besorgnis ausdrückten und immer wieder eine OVCW-interne offene Befassung mit den abweichenden Erkenntnissen der ursprünglichen Douma-Mission zum offiziellen OVCW-Abschlussbericht forderten.

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