Das Déjà-vu-Erlebnis

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16-05-20 10:24:00,

Der sichtbarste Unterschied zwischen der Hitler’schen und der digitalen Diktatur ist die heutige Benutzung fortgeschrittener Überwachungstechnologien — dazu zählen unter anderem das Internet, Satelliten, Sicherheitskameras und künstliche Intelligenz. Durch die Erstellung automatischer Algorithmen ist nun die ganze Armee menschlicher Schnüffler, die es in früheren Diktaturen gab, nicht mehr vonnöten. Das beste Beispiel dafür bietet die chinesische totalitäre Überwachungsgesellschaft, die mit relativ wenigen Mitteln 1,4 Milliarden Menschen diszipliniert.

China dient heute als Modell der Zukunftsgesellschaft für die herrschende Elite des Westens. Diese totalitäre Überwachungsgesellschaft unterscheidet sich von den Modellen der Vergangenheit durch eine unsichtbare Kontrolle und Manipulation. Während im Dritten Reich Staatsterror ganz bewusst zur Schau gestellt wurde, um die Menschen einzuschüchtern, benutzt die moderne Diktatur sanft anmutende Methoden, die von den meisten Menschen nicht als diktatorisch wahrgenommen werden. Die chinesischen Massen haben sich daran schnell gewöhnt. Insofern ist diese Form der Diktatur nachhaltiger und effizienter als die der Nazis, und es ist nicht notwendig, Andersdenkende zu ermorden oder in Konzentrationslagern verschwinden zu lassen: Es genügt, sie gesellschaftlich zu isolieren und in der Öffentlichkeit als Spinner zu diskreditieren.

Der Begriff der Diktatur wird weitestgehend mit dem Diskursstil des Dritten Reichs verknüpft. Viele, die auf historischen Aufzeichnungen Adolf Hitler schreien gehört haben, denken, dieser Stil sei ein Kennzeichen von Diktatur. Heute sprechen Politiker wie geschmeidige Verkäufer, vermeiden unangenehme Begriffe, lächeln, machen Witze – sogar über sich selbst — und geben vor, der Bevölkerung zu dienen, nach dem Motto „Wir sind für Sie da!“.

Weniger bekannt allerdings ist, dass Politiker heute von PR-Agenturen über ihr öffentliches Erscheinen beraten werden: Ihr Überzeugungsgrad hängt im Allgemeinen von ihrem geschliffenen und freundlichen Auftreten ab. Adolf Hitler dagegen wollte den Eindruck eines unnachgiebigen Kämpfers und Befehlshabers vermitteln, weil damals genau diese Eigenschaften vom Volk geschätzt wurden.

Adolf Hitlers Hetzreden waren darauf gerichtet, das Volk gegen innere Feinde — Kommunisten, Sozialisten, Juden — und gegen äußere Feinde — die Russen — aufzupeitschen. Sein feuriger Redestil war für diese Zielsetzung bestens geeignet; die Macht der damaligen Diktatur beruhte weitgehend auf der Ausbreitung von Angst vor inneren und äußeren Feinden.

Heute agiert Diktatur nicht mit der Beschwörung innerer oder äußerer Feinde, sondern schürt die Angst vor einer — angeblich — tödlichen Krankheit.

Der Feind hat nun eine unsichtbare Gestalt, er ist ein Virus, dem unheimliche zerstörerische Wirkungen zugeschrieben werden,

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