Die Neu-Autoritären

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17-05-20 10:12:00,

Dies alles zum Schutz des Lebens, unserer aller Gesundheit, die das Virus, von dem niemand Genaues weiß, bedroht. Es könnte zum Killervirus mutieren, tatsächlich verwandelt es sich weltweit zum Angstvirus mit verheerenden Folgen. Die menschliche Gesellschaft befindet sich im Kampf. Die ergriffenen Maßnahmen zeigen Wirkung — so heißt es von offizieller Seite. Dabei könnte es auch ganz anders sein. Schlussfolgerungen auf dem Niveau des verachteten magischen Denkens.

Die Jahrzehnte psychotherapeutischer Arbeit eröffnen Einblicke der besonderen Art durch die Intimität der Mitteilungen. Die Fenster in alle Bereiche der Gesellschaft tun sich auf. Die Familien einschließlich der Situation allein erziehender Mütter, Betriebe aller Größen vom Handwerk bis zur Luftfahrtindustrie, Schulen und Kindergärten, Krankenhäuser und psychosomatische Kliniken, Behörden und Geschäfte, Kirchengemeinden, Alten- und Kinderheime, Landwirtschaft und Gastronomie. Die Welt der Kinder und Jugendlichen, die Partnerschaften junger Erwachsener, die Besonderheiten von Alleinstehenden und immer wieder Familienkonstellationen, angesiedelt zwischen dem Großbürgertum und den untersten sozialen Schichten.

Die Fülle der Einblicke und Einsichten ist schier unübersehbar. Auffallend ist in allen diesen Bereichen der Gesellschaft das Nebeneinander von Verhaltensweisen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Hier das Miteinander nach Maßstäben einer partnerschaftlich-demokratischen Konzeption und dort autoritäres Walten und Schalten, als wäre das Kaiserreich direkt unter uns. Dann wieder Menschen, die innerhalb von Sekunden vom einen zum anderen hinüberwechseln. Erst gilt das freundliche, einfühlsame Wort, dann — urplötzlich — fällt das Machtwort, Widerrede verboten. Bei wieder anderen sehen wir den Wechsel erst über Tage, dann heißt es Vorsicht, wo vorher Vertrauen und Fürsorglichkeit galten.

Da gibt es Betriebe, in denen in der einen Abteilung ein autoritärer Führungsstil herrscht, bei dem Schikanen und Intrigen auf der Tagesordnung stehen, und in der anderen eine entspannt fröhliche Stimmung durch ein kollegiales Miteinander. Dann gibt es Familien, in denen die Kinder liebevoll umsorgt aufwachsen, und solche, in denen die erzieherische Gewalt zum Alltag gehört. Diese lässt sich über mehrere Generationen zurückverfolgen und wird in der einen vom Vater, in der anderen von der Mutter ausgeübt.

So sehr Frauen und Männer das partnerschaftliche Miteinander gleichermaßen ausüben, so sehr auch das autoritäre.

Quer durch alle Gesellschaftsbereiche werden Führungspositionen in Behörden, Schulen, Heimen, Banken und Betrieben von autoritär agierenden Frauen und Männern besetzt, deren Strategien der Entwertung und Unberechenbarkeit völlig identisch sind.

Natürlich gibt es gesellschaftliche Institutionen, in denen das alte Patriarchat nach wie vor innerhalb festgefügter hierarchischer Strukturen Gültigkeit besitzt.

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