Schaden statt Schutz: Die familienfeindliche Corona-Politik

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20-05-20 02:41:00,

Ein Meinungsbeitrag aus dem Corona-Alltag junger Familien: Neun Wochen mit kleinen Kindern dauerhaft zu Hause zeigen, dass die politischen Maßnahmen familienfeindlich, kontraproduktiv und zynisch sind. Sie haben weder etwas mit Gesundheitsschutz noch mit Solidarität zu tun. Familien leiden darunter. Alles wird auf sie abgeladen. Auf die viel beschworene Solidarität können sie lange warten.

STEFAN KORINTH, 20. Mai 2020, 1 Kommentar

Eigentlich wollte ich nichts über mein Privatleben im Internet veröffentlichen. Aber in dieser aktuellen Ausnahmesituation muss ich eine Ausnahme machen. Ein „Berufsleben“ habe ich ja faktisch nicht mehr. Und seit Wochen bedrückt mich eine zornige Fassungslosigkeit ob der politischen Maßnahmen. Ich bin Vater von drei Kindern. Familienstress bin ich gewohnt. Doch das, was seit Mitte März läuft, ist anders. Das ist nervliches Hamsterrad. Das ist maximaler Stress. Was die politisch Verantwortlichen den Familien abverlangen, ist nicht gesundheitsfördernd – es ist krank.

Zum Alter meiner Kinder so viel: Eines geht normalerweise in die Kinderkrippe, eines in den Kindergarten und das älteste in Grundschule und Hort. Seit mehr als neun Wochen dürfen die drei diese Einrichtungen nicht mehr besuchen. Außerdem durften sie ihre Freunde lange Zeit nicht sehen, nicht mit ihnen spielen oder draußen mit ihnen toben. Ursache dafür sind die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung(en). Merkel und Co. begründen das alles mit dem „Schutz der Gesundheit“. Nehmen wir sie beim Wort:

Wir leben in einer Stadtwohnung in Hannover – nicht beengt, aber ohne Garten und ohne Balkon. Es ist im normalen Alltag nicht immer leicht, aber in der Regel sind meine Frau und ich viel mit den Kindern draußen unterwegs. Bei Ausflügen, auf Spielplätzen, beim Kindersport, bei Veranstaltungen etc. Nun müssen die Kinder jedoch seit neun Wochen große Teile des Tages zu Hause sein, trotz zunehmenden Bewegungsdrangs.

Verboten, verboten, verboten

Ja sicher, wir dürfen rausgehen. Herzlichen Dank für diese politische Großzügigkeit. Aber zum einen sind Eltern wegen beruflicher und häuslicher Pflichten gebunden, weshalb auch die Kinder zu Hause bleiben müssen. Zum anderen beschränkt sich das erlaubte Draußensein wochenlang auf Fahrrad- und Rollertouren in einem überfüllten Stadtpark. Nicht nur sind Kinder damit kaum auszulasten, nein, seit einiger Zeit schon verweigern sie sich gegen diese Monotonie. Es braucht immer mehr Überzeugungsarbeit. Ansonsten können wir noch rund ums Haus auf dem Bürgersteig spazieren gehen, während neben uns Autos und LKWs vorbeirauschen.

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