Corona-Krise: Aufklärung statt Angstmache notwendig – Expertengruppe kritisiert Politik

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22-05-20 05:18:00,

Was haben die Beschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Krise gebracht? Wie sicher sind die Daten, auf die sich die Regierenden und ihre Berater stützen? Welche Alternativen gibt es, um mit dem Virus Sars-Cov 2 und der von ihm ausgelösten Krankheit Covid-19 umzugehen? Antworten hat eine Gruppe von Gesundheitsexperten erneut gesucht.

Die Krankheit Covid-19, die laut Weltgesundheitsorganisation WHO vom Virus Sars-Cov 2 ausgelöst wird, stellt keinen Anlass dafür dar, „alle Regeln, alles Gemeinsame, alles Soziale in Frage zu stellen oder sogar außer Kraft zu setzen.“ Das schreiben sechs Gesundheitsexperten in einem neuen Thesenpapier zur Corona-Krise. Sie hatten sich bereits Anfang April dazu zu Wort gemeldet.

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REUTERS / MICHELE TANTUSSI

Covid 9 sei eine „typische Infektionskrankheit“, die „enorme Auswirkungen auf die Gesundheit“ wie auf das Gesundheitswesen und die sozialen Systeme habe. Aber sie erfordere bessere gesellschaftliche Antworten als nur den „mechanistischen Reflex zu ‚Kontaktsperren‘ und ‚sozialer Isolation‘“. Dazu sei auch eine bessere und genauere Datenlage ebenso wie eine bessere politische Strategie und Kommunikation notwendig.

Zu den Autoren des neuen Papiers gehören Matthias Schrappe von der Universität Köln, ehemaliger Vize-Vorsitzender des Sachverständigenrates Gesundheit, Hedwig François-Kettner, Pflegemanagerin und Beraterin, Franz Knieps aus Berlin, Jurist und Vorstand eines Krankenkassenverbands, Holger Pfaff von der Universität Köln, Zentrum für Versorgungsforschung, Klaus Püschel vom Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sowie Gerd Glaeske von der Universität Bremen, Ex-Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheit.

Konstruktive Kritik

In 23 Thesen schlagen sie in ihrem 77-seitigen Papier eine andere Vorgehensweise von Politik und Behörden in der Corona-Krise vor. Zugleich machen sie deutlich, warum ein Kurswechsel notwendig ist und warnen wie andere Experten ebenfalls vor den Kollateralschäden des bisherigen Vorgehens. Das haben sie unter das Motto „Datenbasis verbessern – Prävention gezielt weiterentwickeln – Bürgerrechte wahren“ gestellt. Sie stützen sich dabei auf zahlreiche Untersuchungen und Studien.

Die Wissenschaftler vermissen weiterhin repräsentative Studien zur Ausbreitung von Virus und Krankheit. Diese könnten darüber Auskunft geben, wie stark die bundesdeutsche Bevölkerung tatsächlich betroffen ist. Ebenso müssten sogenannte Hochrisikogebiete genauer untersucht werden, nicht nur der Hotspot im Landkreis Heinsberg, sondern auch zunehmend betroffene Gesundheitseinrichtungen und Pflegeeinrichtungen.

„Der Anteil der positiven Testergebnisse fällt wohl ab, aber die Zahlenangaben sind widersprüchlich und verwirrend“, stellen die Experten unter anderem fest. „Zur Beurteilung der Sachlage ist ganz besonders die Zahl der asymptomatisch Infizierten notwendig,

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