„Totalüberwachung unseres Privatlebens“ – Wagenknecht über Google, Microsoft und Corona-App

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22-05-20 03:22:00,

Deutschland

08:00 22.05.2020(aktualisiert 08:35 22.05.2020)

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Mit einer Corona-App sollen bald Kontakte von Infizierten nachvollzogen werden. Welche Daten dafür gespeichert werden, ist unklar. Die Linkepolitikerin Sahra Wagenknecht sieht schon jetzt eine „Totalüberwachung unseres Privatlebens“ durch die Digitalkonzerne Amazon, Google, Apple, Microsoft und Facebook – und ihre Kooperation mit US-Geheimdiensten.

In Zeiten von Corona greifen im Homeoffice immer mehr Menschen auf Video-Konferenzen zurück. Auch Schüler am heimischen Computer benutzen die Software, um mit Lehrern und Mitschülern Unterrichtsmaterial auszutauschen. Nebenher läuft die Entwicklung einer Corona-App, die – wenn sie denn erscheint – allen kostenlos zur Verfügung gestellt werden soll. Doch hinter all dem stehen gigantische US-Digitalkonzerne, die ihre Daten mit US-Geheimdiensten teilen. Daran erinnert auch die Linkepolitikerin Sahra Wagenknecht in ihrer wöchentlichen YouTube-Rubrik „Bessere Zeiten – Wagenknechts Wochenschau“.

Deine Daten in fremder Hand…

Mit einer Smartphone-App sollen nach dem Wunsch der Bundesregierung ab nächstem Monat die Kontakte von Corona-Infizierten nachvollzogen werden. Welche Daten dafür gespeichert werden und wo – darüber wurde in den vergangenen Wochen viel diskutiert. Die Sorge um Datenschutz in Politik und Medien sei zwar berechtigt, aber laut Wagenknecht nicht nur im Zusammenhang mit dieser App:

„Wer behauptet, die Corona-App sei der Einstieg in die Totalüberwachung, hat nicht verstanden, in welcher Welt wir leben. Wir haben doch längst die Totalüberwachung unseres Privatlebens!“

Der Datensammelwut und Macht der fünf großen Digitalkonzerne Amazon, Google, Apple, Microsoft und Facebook würden seit Jahren keine Grenzen gesetzt, so die Bundestagsabgeordnete:

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AFP 2020 / TOBIAS SCHWARZ

„Das ist ein erheblicher Grund zur Sorge. Es ist ein Skandal, dass Europa diese Geschäftsmodelle weiterlaufen lässt und man sich in Abhängigkeit begibt. Man versucht noch nicht einmal, eine eigenständige digitale Infrastruktur aufzubauen.“

Dein Leben ist transparent…

Hauptsitz der meisten US-Digitalkonzerne ist das Silicon Valley in Kalifornien. Einst eine Außenstelle des Pentagons, finanzierte der amerikanische Staat anfangs sogar in die Entwicklung dieser Unternehmen. Heute hängen Google und Co. zwar nicht mehr direkt am Tropf der Regierung, dennoch sind diese Konzerne darauf angewiesen, dass der Staat ihr Geschäftsmodell nicht stört. Denn Eingriffe in die Privatsphäre sind eigentlich auch laut US-Verfassung illegal. Wie sehr diese Einmischung in das Leben der Nutzer funktioniert, wird anhand eines Zitats des ehemaligen CEO von Google,

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