Die ewige Gelbe Gefahr

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13-06-20 06:38:00,

Wie die Berichterstattung der deutschen Medien dabei hilft, China zum Feindbild Europas und der NATO aufzubauen. China ist ein furchtbares Land. Eine Diktatur, ein korrupter Einparteienstaat, der die Menschenrechte mit Füßen tritt, in dem die Zensur regiert und dessen kommunistische Partei sich allein durch Unterdrückung der eigenen Bürger und massive Propaganda der Staatsmedien an der Macht halten kann. Wer die Entwicklung der letzten Jahre und Chinas stetig wachsenden Einfluss auf der internationalen Bühne mitverfolgt hat, der muss den Eindruck gewinnen, dass das chinesische Regime seinen absoluten Machtanspruch auch auf den Rest der Welt auszubreiten gedenkt. Die Expansion des autoritären China ist eine Gefahr für die freiheitliche westliche Welt und damit auch für Deutschland. So oder so ähnlich muss der Eindruck sein, wenn man deutsche Medien liest. Von Walther Bücklers

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Wenn man deutsche Medien liest, kann es dann auch nur folgerichtig erscheinen, dass die EU China neuerdings als „Systemrivalen“ oder US-Außenminister Mike Pompeo China bei NATO-Treffen offen als „Bedrohung“ und Teil der neuen Achse des Bösen zusammen mit Russland und Iran beschreibt. Es wäre verantwortungslos, sich als westliche Wertegemeinschaft einem solch menschenverachtenden Regime nicht entgegenzustellen. Doch entspricht diese Bewertung der chinesischen Regierung und des chinesischen Staates wirklich den Tatsachen oder ist das negative Image Chinas das Resultat einer unverhältnismäßig kritischen Berichterstattung? Das Medienecho zur aktuellen Corona-Krise lässt hier eindeutige Schlüsse zu.

Denn wie bei beinahe allen Themen, die China betreffen, ist sich die deutsche Medienlandschaft erstaunlich einig. Dabei ist es egal, ob man die sogenannten Qualitätsmedien, wie FAZ, Süddeutsche und die Zeit, oder die öffentlich-rechtlichen Angebote wie die Tagesschau oder das Heute Journal konsumiert, die Berichterstattung unterscheidet sich bestenfalls marginal. China, so der Konsens, hat die Corona-Krise erst vertuscht, dann zu spät reagiert und schließlich durch eine medienwirksame Überreaktion versucht, das eigene Missmanagement vergessen zu machen. Der Protagonist im Mittelpunkt der Geschichte ist der junge Wuhaner Augenarzt Li Wenliang, der als Whistleblower bereits im Dezember versucht hatte, vor dem Virus zu warnen, bevor er von den chinesischen Behörden mundtot gemacht wurde. Die kommunistische Partei hat die Wahrheit unterdrückt, sonst hätte die Epidemie verhindert werden können. Die Partei trägt Mitschuld an der Krise, da sind sich alle einig.

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