Der Mord an George Floyd: kein Einzelfall, … • STANDPUNKTE | KenFM.de

der-mord-an-george-floyd:-kein-einzelfall,-…-•-standpunkte-|-kenfm.de

17-06-20 08:53:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

…sondern Teil des Krieges gegen Schwarze in den USA

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Auch nach dem Mord an dem US-Bürger George Floyd durch einen Angestellten der Polizeiwache von Minneapolis geht die Gewalt gegen Afroamerikaner unvermindert weiter. Insgesamt gesehen ist der augenblicklich in den USA tobende Bürgerkrieg eindeutig eine gewaltsame Reaktion auf das geschichtlich einmalige Regime, das seit Ausbrechen der Corona-Pandemie mit unerbittlicher Härte ausgeübt wird. Wenn über 20 Millionen Menschen in den USA in Folge der Pandemie von heute auf gestern ihren Arbeitsplatz verlieren und sie kaum nennenswerte Ersparnisse haben, dann sind solche Revolten die logische Folge. Und sie sind mit Gewissheit von den Herrschenden auch einkalkuliert worden.

Dass dennoch die soziale Explosion sich an einem Rassenkonflikt entzündet hat, ist geradezu zwangsläufig. Denn bis auf den heutigen Tag sind die US-Bürger afrikanischen Ursprungs bei den Arbeitslosen, Armen und bei den Gefängnisinsassen überrepräsentiert. So sind sie auch jetzt bei den Corona-Infizierten überrepräsentiert. Sie sind ebenfalls bei den jetzt durch Corona arbeitslos Gewordenen überrepräsentiert. In einem Land, in dem zwölf US-Präsidenten Sklavenhalter waren, hat es lange gedauert, bis den Schwarzen wenigstens auf dem Papier die vollen Bürgerrechte zuerkannt wurden. Viele Institutionen der USA lassen sich nach wie vor auf die Sklaverei in den USA zurückführen. Auch die dezentral organisierten Polizeistationen, die Police Departments, begannen oftmals als Slave-Patrols. Also als Bürgermilizen, die entlaufene Sklaven wieder einfingen.

Hinzukommt, dass unterschiedliche Völker im Laufe der Jahrhunderte nacheinander in die USA eingewandert sind und zunächst allesamt von den schon Ansässigen misstrauisch beäugt wurden. Diese neu Eingewanderten profilierten sich gerne, indem sie sich an Gewalt gegen Afroamerikaner aktiv beteiligten und auf diese Weise ein „Wir-Gefühl“ herstellten.

In meinem Buch „Hitlers amerikanische Lehrer“ habe ich die Dynamik dieses unruhigen „Schmelztiegels“ (Melting Pot) unter die Lupe genommen, um die Entstehung und Wirkungsweise von Rassismus und Faschismus erklären zu können.

Aus gegebenem Anlass ein kurzer Ausschnitt aus dem genannten Buch:

Bis in die 1920er Jahre wurden etwa 3.500 Afroamerikaner, aber auch Iren, Italiener und Juden, Opfer des Lynching.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: