Privatarmeen in der Ukraine

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17-06-20 09:22:00,

Dnipro-1-Privatarmee von Igor Kolomoiski. Bild: Dnipro-1

Seit 2014 existieren Privatarmeen ukrainischer Oligarchen. Söldner werden ins Ausland vermittelt. Jetzt will Präsident Wolodimir Selenski für ukrainische Sicherheitsfirmen einen rechtlichen Rahmen schaffen. Etwa für ein neues Kriegsabenteuer?

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski gab am 5. Juni, auf der ersten Sitzung des von ihm einberufenen Rates zu Fragen der Kriegsveteranen, bekannt, dass zur Zeit an zwei Gesetzentwürfen gearbeitet wird, welche die Tätigkeit der privaten Sicherheitsfirmen in der Ukraine regeln sollen.

Nach einem Bericht des Wall Street Journal vom Juni 2014 finanzierte der Oligarch Igor Kolomoiski “den Aufbau seiner Privatarmee” mit monatlich zehn Millionen Dollar.

Von Oligarchen unterhaltene Wachfirmen greifen in der Ukraine auch ein, wenn es um die Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen geht und es bei Grundstücken, Bauplätzen und landwirtschaftlichen Flächen zu Konflikten kommt.

Wie die ukrainische Internetportal Hromadske berichtet, möchte Selenski, der mit Kolomoiski verbunden ist, dass die Gesetzentwürfe zur Legalisierung privater Militärfirmen noch vor den Parlamentsferien verabschiedet werden.

Präsident Selenski bei der Bekanntgabe seines Wunsches, Privatarmeen zu legalisieren. Bild: Presidential Office of Ukraine/CC BY-4.0

Was treibt Selenski zur Eile?

Nach Meinung des russischen Militärexperten Juri Knutow will Kiew den Donbass mit Hilfe von privaten Sicherheitsfirmen zurückerobern. Das ist nur eine Vermutung. Belege für diese These legte Knutow nicht vor. Der Experte meint: “Wenn der Donbass von der ukrainischen Armee eingenommen wird, wäre das ein Verletzung der Vereinbarung von Minsk.” Aber wenn der Donbass von ukrainischen Sicherheitsfirmen eingenommen wird, werde Kiew sagen: “Wir konnten sie nicht aufhalten.”

Zurzeit sieht es meiner Meinung nach so aus, dass Kiew die Volksrepubliken militärisch durch ständige Beschießungen in konstanter Anspannung halten und die Bevölkerung seelisch zermürben will.

Wäre es überhaupt möglich, dass die Volksrepubliken Lugansk und Donezk von ukrainischen Sicherheitsfirmen zurückerobert werden? Soviel ist sicher: Sollte eine solche Aktion geplant sein, werden hochmotivierte Personen benötigt, die schon in den letzten sechs Jahren im Donbass als Freiwillige in rechtsradikalen und nationalistischen Bataillonen gegen die Volksrepubliken Lugansk und Donezk gekämpft haben.

Freiwilligenbataillone mit ideologisch motivierten Personen spielen im Ukraine-Krieg eine Schlüsselrolle. Denn der ukrainischen Armee fehlt es bis heute an Zusammenhalt und Motivation.

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