Das Töten im Jemen geht weiter – und Deutschland liefert Waffen

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18-06-20 09:51:00,

Am Montag bombardierten saudische Kampfjets ein Zivilfahrzeug im Nordjemen und töteten alle 13 Insassen, darunter vier Kinder. Die Saudi-Emirate-Koalition schweigt sich über den Vorfall aus. Seit über fünf Jahren Jemenkrieg stehen derartige Massaker auf der Tagesordnung – und Deutschland gehört mit seinen fortgesetzten Waffenlieferungen zu den größten Komplizen dieser Verbrechen. Aus dem gestern erschienenen Rüstungsexportbericht 2019 geht hervor, dass die Bundesregierung im vergangenen Jahr mit Rüstungsgütern im Wert von über 8 Milliarden an 131 Länder so viel genehmigte wie seit mindestens 25 Jahren nicht mehr. Über 1,2 Milliarden gingen dabei allein an die acht Länder der Anti-Jemen-Koalition. Von Jakob Reimann

Am Montag flogen saudische Kampfjets im Jemen zwei Luftangriffe auf ein Zivilfahrzeug und töteten dabei alle 13 Insassen, wie Dr. Yousef Alhadri, der Sprecher des von den Houthi-Rebellen geführten Gesundheitsministeriums, in einem Statement gegenüber den NachDenkSeiten erklärt. Die Saudi-Emirate-Koalition äußerte sich bislang nicht dazu. Der Luftschlag ereignete sich auf einer Fernstraße im Shada-Distrikt im Sa‘da-Gouvernement im Norden des Jemen im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien. Mehrere Stammesführer bestätigten die Angriffe gegenüber der Associated Press, ebenso zwei lokale Rettungskräfte gegenüber den chinesischen Xinhua News, die weiterhin angaben, dass es sich bei den Toten um Obstbauern handelte, die auf dem Weg nach Hause waren.

„Die Liste der Schande“

„Das Gesundheitsministerium verurteilt die Täter dieses Verbrechens, das sich in eine lange Liste von Verbrechen einreiht, die von der saudisch-amerikanischen Koalition vor den Augen der internationalen Gemeinschaft […] begangen wurden“, so das Statement des Houthi-Ministeriumssprechers weiter. Auch übermittelte Dr. Alhadri den NachDenkSeiten eine Liste mit Namen und Alter von elf der 13 Getöteten, aus der hervorgeht, dass sich vier Kinder im Alter von zwölf bis 14 Jahren unter den Opfern befanden. Zwei Körper waren derart verkohlt, dass sie nicht identifiziert werden konnten.

Der pure Zynismus: Am selben Tag, als die vier unschuldigen Kinder getötet wurden, strichen die UN die Saudi-Emirate-Koalition von ihrer Liste von Verantwortlichen für Kriegsverbrechen an Kindern, der sogenannten „Liste der Schande“, obwohl die Koalition allein im letzten Jahr 222 Kinder getötet oder schwer verletzt hat und die fünfjährige Bombardierung allen voran ein Krieg gegen Jemens Kinder ist, wie ich an anderer Stelle nachwies. Saudische Petrodollar und ein mächtiger Freund im Weißen Haus verhindern das öffentliche Anprangern von Verbrechen an Kindern,

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