Die Karuna-Welle

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18-06-20 06:20:00,

Reiner Angermeier

Wie ist das möglich? Es hat erst einmal im Kleinen angefangen: Viele Menschen haben sich angelächelt, wenn sie einander begegnet sind. Nicht wenige haben sich berührt und in den Arm genommen. Die Menschen haben einfach körperlich ausgedrückt, was sie gefühlt haben: ihre Verbindung untereinander. Es ist, als ob sich ein Schleier gelöst hätte, als ob die Menschen aus einem Tiefschlaf oder einer kollektiven Hypnose erwacht seien und sich fortan auf die wahren menschlichen Werte besinnen würden.

Die Psychologen stehen immer noch vor einem Rätsel, wie es zu diesem Bewusstseinswandel kommen konnte. Wie ein Virus hatte sich die Bewegung über die Erde ausgebreitet und Alles und Jeden angesteckt. Die Bewegung hat natürlich auch einen Namen: Karuna. Der Begriff kommt aus der buddhistischen Weisheitslehre und bedeutet, dass wir emphatisch, schwingungsfähig und voller Mitgefühl mit allen Wesen sind. Der Tiefenökologe David Abram hat es so ausgedrückt:

„Menschen sind wir erst im lebendigen Miteinander und der sinnlichen Kohärenz, mit dem, was nicht Mensch ist.“

Und genau dorthin bewegt sich gerade die Menschheit als Kollektiv. Anfangs hat der Funken der Begeisterung in den Menschen einzelne Lichter entzündet. Inzwischen sind aus den Lichtern Leuchttürme geworden und keiner kann sich der Ausstrahlung von Karuna mehr entziehen.

Die Karuna-Bewegung hat sich längst auch auf alle Wirtschaftsbereiche ausgedehnt. Nachdem die Menschen aufgehört haben, Fleisch aus Massentierhaltung zu essen, stellte sich das Problem, was mit den vielen Millionen Rindern, Schweinen und Hühnern geschehen soll? Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums erklärte:

„Wir sind in der Verantwortung. Wir können die Tiere, die teilweise durch frühere Misshandlungen durch ihre Halter in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand sind, nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Wir werden Sorge tragen, dass sie bis zu ihrem Lebensende artgerecht gehalten werden. Einzelne Menschen haben sich bereits gefunden, um Patenschaften für die Tiere zu übernehmen.“

Derselbe Sprecher beschrieb, dass die Landwirtschaft zukünftig wieder ökologisch, regional und nachhaltig organisiert werde. Auf für Mensch und Tier giftige Substanzen, wie Pestizide, werde in Zukunft verzichtet. Deren Verwendung wäre auch praktisch gar nicht mehr möglich, denn mehrere Unternehmer aus der Chemiebranche stellten bereits klar, dass sie nicht mehr gewillt seien, Produkte herzustellen, die das Gesamtgefüge der Erde derart belasten. Es müssten, so die Unternehmer, andere Lösungen gefunden werden, für die wir uns unseren Enkeln gegenüber nicht mehr zu schämen brauchen.

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