Trügerische Immunität

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18-06-20 11:34:00,

Wie gefährlich allein eine Influenza-Impfung gerade im Hinblick auf eine mögliche Pandemie sein kann, wissen Forscher bereits seit Jahren. Die Datenlage ist umfangreich, doch bekommen wir lediglich die hauseigenen Studien der Hersteller präsentiert, welche selbstverständlich das eigene Produkt vollumfänglich anpreisen und als wirksam und sicher propagieren. Unabhängige, kritische Studien werden dagegen konsequent aus den öffentlichen Medien herausgehalten. Für bestimmte Personen mit hohem Risiko für Komplikationen im Zusammenhang mit Influenza wird eine jährliche Impfung gegen saisonale Influenzaviren empfohlen.

In einigen Ländern, einschließlich den USA, wurde empfohlen, alle Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten gegen saisonale Influenza zu impfen. Es wurde jedoch — hauptsächlich bei Tieren — gezeigt, dass eine Infektion mit Influenza-A-Viren eine schützende Immunität gegen Influenza-A-Viren anderer nicht verwandter Subtypen induzieren kann. Diese sogenannte heterosubtypische Immunität bietet keinen vollständigen Schutz, kann jedoch die Virusreplikation einschränken und die Morbidität und Mortalität des Wirts verringern.

Diese Art der Immunität könnte für Menschen relevant sein, wenn ihr Immunsystem mit einem neuen Subtyp des Influenza-A-Virus konfrontiert wird, beispielsweise dem Influenza-A-H1N1-Virus oder den Influenza-H5N1-Viren, die zu hohen Sterblichkeitsraten führen. Verhindert die Impfung eine Infektion mit saisonalen Influenzaviren, so könnte sie auch verhindern, dass sich eine heterosubtypische Immunität gegen Pandemiestämme ausbildet. Das könnte für Menschen ein Nachteil sein, deren Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist, zum Beispiel Säuglinge, wie eine Studie aus dem Jahr 2009 zeigt (4). Die Kernaussagen dieser Studie:

  • Eine natürliche Infektion mit saisonalen Influenza-Stämmen bietet eine heterosubtypische Immunität (Kreuzschutz) gegen virulentere Pandemiestämme eines anderen Subtyps.
  • Die durch eine natürliche Infektion mit saisonalen Influenzaviren induzierte zellvermittelte Immunität verursacht normalerweise eine nicht schwere Infektion der oberen Atemwege und bietet dann Schutz vor virulenteren pandemischen Influenzastämmen.
  • Die Impfung gegen mittelschwere saisonale Influenzastämme verhindert einen Kreuzschutz gegen tödliche Influenzastämme.
  • Bei Mäusen, die gegen ein saisonales Influenzavirus geimpft und dann mit einem virulenten pandemischen Vogelgrippevirus infiziert wurden, lag am Tag 7 nach der Infektion der Virustiter in der Lunge 100-mal höher als bei Mäusen, die vor der Infektion mit pandemischer Influenza nicht gegen saisonale Influenza geimpft wurden.
  • Die geimpften Mäuse hatten eine schwerere Erkrankung und starben, wenn sie einer pandemischen Influenza ausgesetzt waren. Die nicht geimpften Mäuse überlebten.
  • Die Ergebnisse dieser Studie ermutigen dazu, die Standardempfehlung zur Impfung aller gesunden Kinder gegen saisonale Influenza zu überdenken.

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