“Corona”: Wie die Politik die Wissenschaft benutzt

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20-06-20 05:29:00,

Und wie die Wissenschaft sich gern benutzen lässt

Die Diskussion um die Pandemie ist zu großen Teilen schon ziemlich verwirrend. Da verwundert es nicht, dass auch Verschwörungstheorien ihre Anhänger finden. So erläutert der Kanzleramtsminister und Mediziner Helge Braun bei Maybrit Illner (14.6.2020): Der massenhafte Einsatz von Tests bringe nichts angesichts der geringen Infektionsrate und der hohen Fehlerquote bei den Ergebnissen. Es gebe viel falschen Alarm und wenig Ergebnisse. Dieser Test bildet aber zugleich den Ausgangspunkt für die neue App, die er den Bürgern ans Herz legt. Die App sei für die Rückverfolgung von Kontaktpersonen von Infizierten sehr wichtig.

Was nun, wenn die Tests nicht angebracht sind und fehlerhaft? Welche Ergebnisse sollen sie dann bringen bei denen, die mit der App gefunden werden? Und das ist nicht das einzige Beispiel, wie im Zusammenhang mit der Pandemie mit Argumenten, Fakten oder wissenschaftlichen Erkenntnissen umgegangen wird, die die politischen Maßnahmen begleiten. Es hat auch damit etwas zu tun, wozu die Fakten oder Belege angeführt werden.

Die Warnung vor dem Virus

Die Warnung von Virologen vor einem neuen Virus ist eine sachliche Mitteilung, die aber für die unterschiedlichen Adressaten eine unterschiedliche Bedeutung hat. Für den Bürger stellt sich die Frage, wie gefährlich ist er für mich und wie kann ich eine Ansteckung vermeiden? Für die Politiker geht es um eine viel größere Dimension: Wie kann der Schaden in der Bevölkerung auf ein Maß begrenzt werden, welches das Wirtschaftsleben möglichst wenig beeinträchtigt?

Es gilt die die Funktionsfähigkeit der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Dafür tritt die Bundesregierung auf die Bremse und verfügt den “Lockdown”. Die Einschränkung des Wirtschaftswachstums wird in Kauf genommen, um eben dieses Wachstum möglichst bald wieder in Gang setzen zu können. Der “Lockdown”-Schaden soll so gering wie möglich ausfallen. Das ist eine Kalkulation, die mit Medizin wenig, mit politischer Prioritätensetzung viel zu tun hat.

Zur Abschätzung der möglichen Schäden sind die Wissenschaftler oder Mediziner gefragt, die zu dieser Kalkulation aber auch allenfalls Mutmaßungen anstellen können. Dennoch wird auf ihre Präsenz in der Öffentlichkeit größten Wert gelegt, verleihen sie doch so den politischen Entscheidungen den Schein einer Sachentscheidung. So folgte aus der Warnung auch nicht unmittelbar die Einschränkung des Wirtschaftslebens, sondern die Gefahren wurden zunächst klein geredet , damit das öffentliche Leben weitergehen konnte.

Sicherstellung des Gehorsams

Als die Gefahr unübersehbar wurde,

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