Facebook umschließt Afrika, von Manlio Dinucci

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20-06-20 10:57:00,

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Viele Industrie- und Dienstleistungsunternehmen gehen Bankrott oder schrumpfen aufgrund des Lockdowns und der anschließenden Krise. Dafür gibt es diejenigen, die von all dem profitiert haben. Facebook, Google (Eigentümer von YouTube), Microsoft, Apple und Amazon – schreibt die New York Times – “platzieren aggressiv neuen Einsatz, da die Coronavirus-Pandemie sie fast zu unverzichtbaren Dienstleistungen gemacht hat”. All diese “Tech-Giganten” kommen aus den Vereinigten Staaten.

Facebook – nicht länger als soziales Netzwerk, sondern als “Ökosystem” bezeichnet, zu dem auch WhatsApp, Instagram und Messenger gehören – hat monatlich mehr als 3 Milliarden Nutzer. Es ist daher kein Wunder, dass Facebook mitten in der Coronavirus-Krise das Projekt eines der größten Unterseekabelnetzwerke – 2Afrika – startet: Mit einer Länge von 37.000 km (fast der maximale Umfang der Erde) wird es den gesamten afrikanischen Kontinent umgeben und ihn im Norden mit Europa und im Osten mit dem Nahen Osten verbinden.

Zunächst wird es 23 miteinander verbundene Länder geben. Ausgehend von Großbritannien wird das Netz Portugal anbinden, bevor es seinen Kreis um Afrika beginnt, durch Senegal, Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria, Gabun, Gabun, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Südafrika, Mosambik, Madagaskar, Tansania, Kenia, Somalia, Dschibuti, Sudan und Ägypten. Im letzten Abschnitt wird das Netzwerk mit Oman und Saudi-Arabien verbunden. Über das Mittelmeer wird es dann in Italien, und von hier aus in Frankreich und Spanien ankommen.

Dieses Netzwerk mit großer Kapazität – erklärt Facebook – wird “der Pfeiler einer enormen Ausbreitung des Internets in Afrika sein: Die Wirtschaft floriert, wenn es ein für Unternehmen allgemein zugängliches Internet gibt. Das Netzwerk wird Hunderten von Millionen Menschen den Zugang zu Breitband bis zu 5G ermöglichen.” Dies, zusammenfassend, ist der offizielle Beweggrund des Projekts. Eine Tatsache reicht aus, um Zweifel daran aufkommen zu lassen: In Subsahara-Afrika haben etwa 600 Millionen Menschen, das entspricht mehr als der Hälfte der Bevölkerung, keinen Zugang zu Elektrizität.

Wozu soll das Breitbandnetz genutzt werden? Die afrikanischen Eliten, die die Interessen der multinationalen Konzerne auf dem Kontinent vertreten, werden enger mit ihren Muttergesellschaften verbunden sein.

Das Netz wird auch anderen Zwecken dienen. Vor zwei Jahren, im Mai 2018, schloss Facebook eine Partnerschaft mit dem Atlantischen Rat, einer einflussreichen, in Washington ansässigen “überparteilichen Organisation”, die “die Führung und das Engagement der USA in der Welt zusammen mit Verbündeten aufrüttelt”. Der spezifische Zweck der Partnerschaft besteht darin,

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